Baden
Baden strebt beim Behörden-Lohn an die Spitze

Am 16. Oktober hat der Einwohnerrat Baden über ein heikles Traktandum zu befinden. Heikel deshalb, weil für Diskussionsstoff immer gesorgt sein dürfte, wenn sich Behörden selbst mehr Lohn bzw. Entschädigung zusprechen wollen.

Martin Rupf
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Geri Müller, Vizeammann Baden: «Die den Entschädigungen zugrunde liegenden Pensen entsprechen nicht mehr der Realität.» YOSHIKO KUSANO

Geri Müller, Vizeammann Baden: «Die den Entschädigungen zugrunde liegenden Pensen entsprechen nicht mehr der Realität.» YOSHIKO KUSANO

Genau solches beabsichtigt der Stadtrat Baden, indem er dem Einwohnerrat einen Kredit von 160000 Franken zur Genehmigung vorlegt. Genauso viel würden die jährlichen Mehrkosten betragen, würde das neue Entschädigungs-Reglement gutgeheissen.

Konkret: Heute erhält der Badener Vizeammann 52732 Franken (30-Prozent-Pensum); die restlichen Stadtratsmitglieder 44431 Franken (25-Prozent-Pensum). Doch genau hier liegt das Problem: «Die Pauschalentschädigungen und Entschädigungen sowie die zugrunde liegenden Pensen entsprechen nicht mehr der Realität», sagt Badens Vizeammann Geri Müller. Deshalb sollen die Pensen auf 30 bzw. 40 Prozent erhöht werden und die Entschädigungen neu 70000 Franken (Vizeammann) bzw. 65000 Franken (Stadtratsmitglieder) betragen.

Ein Vergleich mit anderen Aargauer Gemeinden und Städten zeigt: Mit dieser Anpassung nach oben würde Baden einen Sprung aus dem Mittelfeld an die Spitze bei den Behörden-Löhnen machen. So erhält der Vizeammann in Aarau und Wettingen 60000 Franken, in Zofingen 45000 Franken und in Brugg 40000 Franken. Die Stadtrats- und Gemeinderatsmitglieder werden wie folgt entlöhnt: Aarau 55000 Franken, Wettingen 50000 Franken, Zofingen 40000 Franken und Brugg 35000 Franken.

Doch damit nicht genug. In Baden sollen Stadtratsmitglieder künftig neben der Pauschalentschädigung noch weitere Zusatzentschädigungen erhalten, wenn sie zum Beispiel an Sitzungen der stadträtlichen Kommissionen teilnehmen oder einen ausserordentlichen Arbeitsaufwand für Grossprojekte haben.

Bereits jetzt an der Spitze befindet sich Baden in Sachen Ammann-Lohn. So erhält der amtierende Stadtammann Stephan Attiger knapp 260000 Franken im Jahr. Etwas bescheidener machen sich da die Löhne in den anderen Gemeinden aus: In Aarau verdient Marcel Guignard 242000 Franken, in Wettingen kommt Markus Dieth auf einen Lohn von 248000 Franken, Daniel Moser in Brugg auf 221310 Franken, und in Zofingen erhält der Stadtammann mit 55 Jahren eine Entschädigung von 194652 Franken.