Zusammenschluss

Baden und Turgi: Erste Abstimmung über Fusion bereits 2021 – externer Projektleiter in Region bekannt

Blick aus der Luft auf Turgi: Der 3000-Einwohner-Ort soll zu einem Stadtteil von Baden (oben) werden.

Blick aus der Luft auf Turgi: Der 3000-Einwohner-Ort soll zu einem Stadtteil von Baden (oben) werden.

Jetzt geht es schnell: Eine erste Urnenabstimmung ist für nächsten Juni vorgesehen, eine zweite für das Jahr 2023. Entstehen könnte eine Stadt mit 22500 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die Stadt Baden und Turgi treiben den Prozess für einen Zusammenschluss voran. Am Montag gaben die beiden Gemeinden den Fahrplan auf dem Weg zur möglichen Fusion bekannt: Eine erste Urnenabstimmung findet bereits im Juni 2021 statt. Dabei soll die Zustimmung zur Ausarbeitung des Fusionsvertrages eingeholt werden.

Im Anschluss sollen in einer zweiten Phase – sofern die Zustimmung zum Fusionsvertrag vorliegt – die Details erarbeitet werden. Dabei werde grossen Wert auf die Mitwirkung der Bevölkerung gelegt. Die Einwohnerinnen und Einwohner beider Gemeinden sollen sich bei der konkreten Ausgestaltung der Fusion tatkräftig einbringen können. Die Workshops werden abwechslungsweise in Baden und Turgi stattfinden.

Im Herbst 2022 soll die Zustimmung des Badener Einwohnerrats beziehungsweise der Turgemer Gemeindeversammlung zur Fusion eingeholt werden. Abschliessend wird das Stimmvolk von Baden und Turgi im Rahmen des obligatorischen Referendums über die Fusion entscheiden: Die zweite Volksabstimmung ist für März 2023 vorgesehen. Läuft alles nach Fahrplan, könnten sich die beiden Gemeinden bereits am 1. Januar 2024 zusammenschliessen, wie es auf Anfrage heisst. Entstehen würde eine Gemeinde mit rund 22 500 Einwohnern. Damit würde Baden die Nachbargemeinde Wettingen als einwohnermässig grössten Ort im Bezirk Baden ablösen.

..

Extern begleitet wird das Projekt von Jean-Claude Kleiner: Er war bereits an mehreren Fusionsprozessen beteiligt, so beispielsweise beim Zusammenschlussprojekt «Rheintal+» im Bezirk Zurzach oder von Rapperswil-Jona.

Erst etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass erstmals öffentlich über eine Fusion der Nachbargemeinden gesprochen wurde: Der Anstoss kam aus Turgi. Im Mai 2018 setzte sich die 3000-Einwohner-Gemeinde offiziell zum Ziel, eine Fusion mit Baden zu prüfen. Vergangenes Jahr – am 15. Juni – sprach sich an einem Workshop in Turgi eine sehr grosse Mehrheit der Anwesenden für einen Zusammenschluss mit der Stadt aus.

Im November erklärte sich auch Baden offiziell bereit, einen Zusammenschluss mit Turgi zu prüfen. In den letzten Monaten sei intensiv gearbeitet und eine Projektorganisation für das gemeinsame Fusionsprojekt erstellt worden, bei dem Stadtammann Markus Schneider (CVP) und Turgis Gemeindeammann Adrian Schoop (FDP) den Vorsitz haben.

Parallel läuft weiterer Prozess

Parallel zum Fusionsprozess mit Turgi läuft ein Projekt zur «Stärkung des funktionalen Raums Baden». Hierzu berief die Stadt vergangenes Jahr einen runden Tisch mit diversen Vertretern von Gemeinden aus dem Bezirk ein. Thema auch dieses Prozesses: die Zusammenarbeit der Gemeinden bis hin zu Fusionen.

Baden führte in den vergangenen zehn Jahren mehrfach Fusionsverhandlungen: Der Zusammenschluss mit Neuenhof scheiterte 2010 wegen des Neins von Baden aber hauchdünn an der Urne. Und die Fusionsgespräche mit Ennetbaden wurden 2015 vorzeitig gestoppt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1