Baden/Wettingen
Baden und Wettingen schliessen sich zusammen – vorerst aber nur musikalisch

Die Stadtmusik Baden und die Jägermusik Wettingen fusionieren. Nachdem sie bereits seit zwei Jahren als Spielgemeinschaft auf der Bühne stehen, treten sie ab 2015 als Blasorchester Baden Wettingen (BBW) auf. Am Mittwoch wurde der neue Verein gegründet.

Jérôme Jacky
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Die Stadmusik Baden und die Jägermusik Wettingen fusionieren zum Verein Blasorchester Baden Wettingen.

Die Stadmusik Baden und die Jägermusik Wettingen fusionieren zum Verein Blasorchester Baden Wettingen.

Archiv/Matthias Steimer

Seit zwei Jahren bilden die Stadtmusik Baden und die Jägermusik Wettingen eine Spielgemeinschaft. Nun haben sie die Fusion beschlossen. Ab 1. Januar 2015 treten sie als Blasorchester Baden Wettingen (BBW) auf. Der neue Verein wurde am Mittwoch gegründet. Per Ende Jahr werden die bestehenden Vereine aufgelöst. «Bei diesem Gedanken kommt schon etwas Wehmut auf, immerhin hat die Stadtmusik eine bewegte Geschichte», sagt Stefan Ehrensperger, Präsident der Stadtmusik Baden. Auch Mario Del Conte, Präsident der Jägermusik Wettingen, sieht gerne auf die Vergangenheit zurück, meint aber: «Wir müssen nun eine Tradition für etwas Neues und Beständiges opfern.»

Als sich die beiden Musikvereine vor zwei Jahren in einer Spielgemeinschaft organisierten, wurde schnell deutlich, dass eine Fusion möglich ist. «Wir hatten einmalige Auftritte zusammen. Es entstand sofort ein Wir-Gefühl», sagt Del Conte. Für das gemeinsame Projekt am Stadtfest Baden 2012 erhielt die Spielgemeinschaft eine Auszeichnung von der Ukurba, eine Vereinigung von Unternehmen, die Kulturschaffende in der Region unterstützt. «Unser Dirigent Christian Noth hatte grossen Einfluss auf die erfolgreiche Zusammenarbeit», sagt Ehrensperger. In Workshops, Arbeitsgruppen und Versammlungen klärten die Vereine ab, wie die gemeinsame Zukunft aussehen kann.

«Wir merkten schnell, dass beide Vereine ähnliche Ziele verfolgten», sagt Ehrensperger und Del Conte ergänzt: «Nur Nebensächlichkeiten trennten uns.» In relativ kurzer Zeit wurde die Vereinsfusion in die Wege geleitet: «Das ist schon einmalig», sagt Ehrensperger. Dass dies funktionierte, hing mit der genauen Planung zusammen. «Wir haben Schritt für Schritt gearbeitet, regelmässig unsere Mitglieder informiert und sie in den Planungsvorgang integriert», sagt Del Conte. An einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung im November 2013 konnte nebst dem Namen Baden als Sitz des Vereines bekannt gegeben werden. Proben wird das BBW im Schulhaus Margeläcker. An der Generalversammlung im Januar 2012 sprachen sich die Mitglieder beider Vereine deutlich für die Fusion aus.

Das BBW wird jährlich zwei Konzerte geben sowie an drei bis vier kleineren Anlässen auftreten. «Wir verstehen uns als modernes Orchester. Märsche stehen bei uns nicht auf dem Programm», so Ehrensperger. Das BBW will hauptsächlich zeitgenössische Werke von Komponisten aus dem 20. und 21. Jahrhundert spielen. Auch die Auftritte kommen modern rüber: «Unsere Musiker treten nicht in Uniform auf», so Ehrensperger.

Mario Del Conte vermutet, dass in Zukunft auch andere Vereine fusionieren werden. Denn etliche Musikvereine kämpfen mit Besetzungsproblemen und spielen schon seit Jahren in Spielgemeinschaften. Die Fusion wagen auch die Harmonie Turgi und die Dorfmusik Gebenstorf, die in Zukunft als «Harmonie Turgi Gebenstorf» auftreten werden. Am 30. Juni findet die Gründungsversammlung statt.