Baden

Baden will endlich auch eine Velostation

Noch fehlt das Südhaus mit Velostation im Gebiet Bahnhof West.  wal

Noch fehlt das Südhaus mit Velostation im Gebiet Bahnhof West. wal

In andern Städten schiessen sie wie Pilze aus dem Boden – die Velostationen. Doch in Baden wartet man immer noch auf einen sicheren Ort um sein Velo vor Dieben zu schützen.

Im Jahr 2005 hatte SP-Einwohnerrätin Anita Egloff-Hauns per Postulat eine Velostation am Bahnhof gefordert. Als idealen Standort nahm man das Projekt Südhaus (roter Kreis) ins Visier. Noch im Sommer 2007 sprach der Stadtrat davon, das Projekt voranzutreiben. Der Einwohnerrat genehmigte 270 000 Franken für einen Investorenwettbewerb. Seither ist es still ums Südhaus.

Vorläufig in der Warteschlaufe

Gründe für die Verzögerung gab es mehrere: Bei einer gemeinsamen Erschliessung der umliegenden Parkgaragen tauchten baurechtliche Fragen auf, die Aufwertung der Unterführung Gstühl und des Eingangsbereichs Blinddarm (Unterführung Stadtturmstrasse) wurden zurückgestellt. Und die Abteilung Planung und Bau hatte keine Kapazitäten mehr.

Das Vorhaben steckte also in der Warteschlaufe, und zwar weit hinten. Denn im Investitions- und Finanzplan 2011–2015 wird es nicht einmal erwähnt. Doch das könnte sich rasch ändern. Im Einwohnerrat liegt der Vorstoss von Reto Huber (CVP) vor, der den Stadtrat auffordert, das Projekt Gstühlunterführung und Eingang Blinddarm rasch aufzunehmen. Weil auch die Personenunterführung Sterk neu gestaltet werden muss, drängt sich eine Gesamtplanung auf, womit das Südhaus wieder aktuell würde. Stadtrat Kurt Wiederkehr ist überzeugt, dass das Thema bald wieder auf dem Tisch ist. Es ist auch kein Geheimnis, dass das Südhaus als strategische Raumreserve der Stadtverwaltung gilt.

Laut Markus Bitterli, Spezialist in Velofragen bei der Abteilung Planung und Bau, ist es sehr wichtig, «dass die Velostation früh angestossen wird». Konkrete Vorstellungen müssten bereits vorliegen, wenn das Raumprogramm für das Projekt Südhaus erstellt würde.

Stadtintern habe man über eine Velostation auch schon gesprochen, sagt Hildegard Hochstrasser, Leiterin Abteilung Soziale Dienste. Sie würde ein solches Projekt begrüssen. Auch beim Verein Lernwerk in Turgi, wo man über Beschäftigungsprogramme bereits Erfahrung mit Arbeiten rund ums Velo hat, ist man sehr interessiert an einer Velostation. «Wir könnten damit langfristige Arbeitsplätze schaffen», sagt Geschäftsleiter Christian Bolt. Um den Betrieb und das Konzept auf die Beine zu stellen, müsste das Lernwerk jedoch früh in die Planung einbezogen werden. «Ich habe stets bedauert, dass es hier stockt», sagt die Grüne Einwohnerrätin Beatrice Schilling. Sie hat sich vor einem Jahr nach dem Verbleib der Velostation erkundigt und würde sich freuen, wenn man das Projekt bald aufgreife.

Baden hatte einst eine Velostation

Vor zwölf Jahren führte in Baden das Work-Center in einem alten Güterschuppen bereits eine Velostation. Sie wurde im September 1999 wieder geschlossen. Heute gibt es spezialisierte Planungsbüros. Im Jahr 2010 sind bewachte Velostationen kombiniert mit Reparatur-, Putzdienst und andern Dienstleistungen wie Pilze aus dem Boden geschossen, so in Liestal, Solothurn, Winterthur etc. In Aarau wird eine geplant. Die Erfahrungen sind erfreulich.Seite 35

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