Baden
«Wir funktionieren gut als Team»: Im Lockdown erfüllt sich ein Gastro-Paar den Traum des eigenen Restaurants

Corona hat die beiden Barbetriebe von Stephan und Franziska Regli durchgerüttelt. Und doch haben sie Anfang Juni ein neues Restaurant eröffnet – am Badener Lindenplatz. Im «Bones» soll ein gutes Stück Fleisch im Zentrum stehen.

Rahel Künzler
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Spareribs auf dem Sofa zu essen, hat es Stephan und Fränzi Regli angetan. Diese lockere Atmosphäre wollen sie auch ins «Bones» bringen.

Spareribs auf dem Sofa zu essen, hat es Stephan und Fränzi Regli angetan. Diese lockere Atmosphäre wollen sie auch ins «Bones» bringen.

Rahel Künzler

Wer durch die hölzernen Fensterläden ins einstige Lokal des «Prima Vista» im Badener Neustadthof blickt, wird dieses kaum wiedererkennen. Die orangen Wände sind jetzt hellgrau gestrichen. Wo früher eine Bühne war, stehen wuchtige, dunkelrote Ledersofas. Alte Wagenräder hängen von den Decken. Die Glühbirnen, die daran befestigt sind, verströmen warmes Licht.

Stephan und Fränzi Regli haben hier am 1. Juni zusammen mit Roman Tschudy und Martin Greutert das Restaurant «Bones» eröffnet. Er gelernter Schreiner, seit 14 Jahren Geschäftsführer der «Tigerbar» in Wettingen. Sie gelernte Serviceangestellte, erfahrene Gastronomin und Geschäftsführerin der «Bistro Bar» in der Badener Altstadt.

Inspiration auf gemeinsamen Reisen gesammelt

Auch die Barbetriebe der Reglis wurden von Corona durchgerüttelt. Doch statt die Lockdown-Zeit zu Hause zu überdauern, haben sie viel Zeit und noch mehr Herzblut investiert und sich gemeinsam den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt. Bei den Einrichtungsarbeiten hat das Gastro-Paar fleissig mitangepackt, hat Wände gestrichen und nach dem Motto «aus alt mach neu» Holztische, Fensterläden und Wagenräder auf Verkaufsplattformen im Internet zusammengesucht. Franziska Regli sagt:

«Es hat gut getan, nicht untätig herumzusitzen.»
Die wuchtigen Ledersofas im Loungebereich des «Bones» sind ein Blickfang. Dahinter steht Franziska Regli an der Bar.
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Die alten Wagenräder hat Franziska Regli auf Internetplattformen zusammengesucht und zu Lampen umfunktioniert.
Die Bar aus Kupfer hat das Gastro-Paar von Hand brüniert. Durch die Säurebehandlugn ist ein fleckiges Muster entstanden.

Die wuchtigen Ledersofas im Loungebereich des «Bones» sind ein Blickfang. Dahinter steht Franziska Regli an der Bar.

Rahel Künzler

Das leer stehende Lokal am Lindenplatz haben die Gastronomen noch ohne Konzept besucht. Bei der Besichtigung seien die Ideen aber nur so gesprudelt, erzählt Stephan Regli. «Wir haben in Las Vegas geheiratet, sind in Sri Lanka auf Hochzeitsreise gegangen. Auf unseren Reisen haben wir viel Inspiration gesammelt.»

Ein Restaurant in Amsterdam hat es den Reglis besonders angetan: In einer gemütlich eingerichteten Lounge wurden Spare-Ribs vom Brett serviert. Nach diesem Vorbild haben sie auch das «Bones» mit einem grosszügigen Sofabereich ausgestattet.

Grosser Eröffnungsevent im September geplant

Im Restaurantbetrieb setzt das Gastro-Paar auf eine lockere Atmosphäre: «Wir arbeiten in Jeans, haben keine weissen Tischtücher», so Franziska Regli. Viel wichtiger als das «Rundherum» sei ihnen das Essen. «Bei uns soll das Fleisch im Zentrum stehen», präzisiert Stephan Regli. Tomahawksteak, T-Bonesteak und Kotelettes werden im «Bones» auf dem Brett serviert. 1000 Gramm für zwei Personen. Steuert das Gastro-Paar damit nicht entgegen dem Trend zum weniger Fleisch essen? Stephan Regli verneint:

«Wir plädieren viel eher zum bewussten Fleischkonsum.»

Die Rückmeldungen der Gäste seien überwiegend positiv, erzählt Franziska Regli: «Viele trauen sich nicht, so ein teures Stück Fleisch in der eigenen Küche zuzubereiten. Sie schätzen es deshalb umso mehr, dieses hier im Restaurant zu geniessen.»

Eineinhalb Monate nach der Eröffnung sind die Reglis positiv überrascht. «Wir funktionieren gut als Team», sagt Franziska Regli. Trotz Fussball-EM und Sommerferien haben mehr Gäste als erwartet den Weg ins «Bones» gefunden. «Wir haben aber noch keine grosse Werbeaktion lanciert», sagt Stephan. Die feierliche Eröffnung soll Anfang September folgen, sofern es die epidemiologische Lage zulässt.

Der dicke, weisse Schriftzug verrät es: Im einstigen Lokal des «Primavista» ist jetzt das Restaurant «Bones» beheimatet.

Der dicke, weisse Schriftzug verrät es: Im einstigen Lokal des «Primavista» ist jetzt das Restaurant «Bones» beheimatet.

Rahel Künzler

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