Unterkunft

Baden zeigt Solidarität mit den Flüchtlingen vom Notspital

Zwei Asylbewerber sitzen beim Eingang zur unterirdischen Unterkunft, die sich direkt hinter dem Kantonsspital Baden befindet.

Zwei Asylbewerber sitzen beim Eingang zur unterirdischen Unterkunft, die sich direkt hinter dem Kantonsspital Baden befindet.

50 Asylbewerber leben in der unterirdischen Unterkunft beim Kantonsspital in Baden. Proteste gibt es keine. Stadträtin Dell’Anno: «Im Gegenteil, viele wollen helfen».

Vor drei Wochen sind die ersten Asylbewerber im unterirdischen Notspital in Baden einquartiert worden, inzwischen leben dort 50 Flüchtlinge. Stadträtin und Sozialvorsteherin Regula Dell’Anno (SP): «Bevor die Asylsuchenden in Baden eintrafen, gab es viele Fragen und Unsicherheiten in der Bevölkerung.»

Das sei auch an der Infoveranstaltung Anfang August deutlich zu spüren gewesen, an welcher der Stadtrat gemeinsam mit dem Kanton und der Betreuerfirma über die Unterbringung der Flüchtlinge informierte.

Seit der Ankunft der Asylbewerber sei es rund um die Unterkunft erfreulicherweise in allen Belangen ruhig geblieben. «Wir haben kaum mehr Nachrichten erhalten, in denen die Anwohner ihre Befürchtungen und Ängste äusserten. Ganz im Gegenteil: Es sind diverse Anfragen von Badenern eingetroffen, die sich für die Asylsuchenden engagieren möchten», sagt Dell’Anno. Diese Solidarität mit den Flüchtlingen freue sie enorm. «Ich bin froh, dass es uns allen gemeinsam gelingt, Menschen in Not in unserer Stadt Schutz zu bieten.» Im Gegenzug seien ihr die Flüchtlinge bei ihren Besuchen vor Ort überaus freundlich und gleichzeitig zurückhaltend begegnet, berichtet Regula Dell’Anno.

Wer helfen will, soll sich bei der Firma ORS Service AG melden, welche die Asylbewerber vor Ort betreut. Gefragt seien im Hinblick auf den Winter warme Männerkleider. Auch Sportgeräte wie zum Beispiel Hanteln seien beliebt, sagt die Stadträtin.

Die Spitalleitung hatte vor der Einquartierung der Flüchtlinge von einer «schweren Last» gesprochen; insbesondere die Mitarbeiterinnen hätten ihr Unbehagen zum Ausdruck gebracht, sagte der Kantonsspitalchef an der eingangs erwähnten Infoveranstaltung. Die Asylunterkunft liegt auf dem Spital-Areal. Nun sagt Marco Bellafiore, Mediensprecher des Kantonsspitals: «Wir haben bis jetzt positive Erfahrungen gemacht. Es wurden keine Zwischenfälle oder grössere Probleme gemeldet.»

Balz Bruder vom kantonalen Departement für Gesundheit und Soziales: «Der Betrieb ist bisher planmässig verlaufen.» Die Zusammenarbeit zwischen Kanton und der betreuenden Firma ORS Service AG auf der einen, dem Spital, den Sicherheitskräften und dem Quartier auf der anderen Seite funktioniere einwandfrei. «Zudem ist erfreulich, dass aus der Nachbarschaft eine solidarische, unterstützende Haltung erkennbar ist.» Der Kanton sei zuversichtlich, dass der Betrieb auch bei zunehmender Belegung in der gleichen Art und Weise weitergeführt werden kann.

Bis zu 150 weitere Flüchtlinge werden in der geschützten Operationsstelle (Gops), wie die Unterkunft offiziell heisst, in den kommenden Wochen aufgenommen.

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