Gestern starb eine 71-jährige Frau an einem Herzstillstand auf der Strasse in Fislisbach. Bis die Ambulanz des Kantonsspitals Baden vor Ort war, vergingen geschlagene 23 Minuten. Wie konnte das passieren? «Wir haben in Baden zwei Ambulanz-Fahrzeuge im Einsatz», erklärt Marco Bellafiore, Mediensprecher des Kantonsspitals Baden (KSB), auf Anfrage der Aargauer Zeitung. «Das eine war noch bei einem Notfall. Das andere hatte seinen Einsatz gerade beendet, befand sich jedoch in Aarau.»

Jene Ambulanz, welche in der Region Baden noch im Einsatz war, habe seinen Standort wegen eines lebensbedrohlichen Notfalls unmöglich verlassen können. Die anderen Rettungskräfte seien in Aarau gewesen, weil sie einen Neurochirurgischen Notfall ins Kantonsspital Aarau bringen mussten.

«Dieser Notfall wurde im Einzugsgebiet vom KSB abgeholt, konnte aber in Baden nicht behandelt werden», erklärt Bellafiore die Fahrt nach Aarau. Als das Aufgebot für den neuen Notfall kam, bestiegen die Rettungskräfte gerade ihr Fahrzeug und hätten sich sogleich auf den Weg nach Fislisbach gemacht.

Todesdrama bei Kreisel in Fislisbach: Ambulanz benötigte 23 Minuten an Einsatzort

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«Die Rettungskräfte versuchen immer so schnell wie möglich vor Ort zu sein. Zwar sehr selten aber ab und zu kommt eine Konstellation wie gestern halt vor», sagt Bellafiore.

Vom Kanton besteht die Auflage, bei 80 Prozent der Einsätze innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort zu sein. Diese Auflage würden sie erreichen, betont Bellafiore. In 20 Prozent der Fälle dauere die Anfahrt länger als 15 Minuten. Das sei aber in der ganzen Schweiz der Fall, sagt Bellafiore und ergänzt: «Wir werden auf jeden Fall in Zusammenarbeit mit der Einsatzleitzentrale die Prozesse überprüfen um eventuelle Schwachstellen aufzudecken.»

Am Freitag wollen das Kantonsspital Baden und die Einsatzleitzentrale Aargau weiter informieren.

Doch die Ambulanz von Baden war in Aarau, obwohl es keine dringende Fälle zu diesem Zeitpunkt gab

Wo bleibt denn das Rettungsfahrzeug? Ambulanz rückt von Aarau nach Fislisbach aus, obwohl man vom KSB nur drei Minuten Fahrzeit zum Unfallort gehabt hätte

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