Baden
Badener Architekt nimmt Kritik an Fussballstadion nicht persönlich

Adrian Meyer glaubt trotz des politischen Seilziehens an sein Fussballstadion in Zürich. Die ablehnende Haltung gewisser Parteien empfindet er nicht als Kritik am Projekt, sondern vielmehr am Inhalt der stadträtlichen Vorlage. Meyer glaubt an ein Ja am 22. September.

Martin Rupf
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Das eine geht nicht ohne das andere: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung befindet am 22. September gleichzeitig mit der Stadionvorlage auch über den Bau von 154 relativ günstigen Wohnungen auf dem Areal.key

Das eine geht nicht ohne das andere: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung befindet am 22. September gleichzeitig mit der Stadionvorlage auch über den Bau von 154 relativ günstigen Wohnungen auf dem Areal.key

«Dass die Meinungen im Vorfeld einer Abstimmung auseinandergehen, ist doch völlig normal», sagt Adrian Meyer. Damit spricht der Badener Architekt das politische Seilziehen um das geplante Fussballstadion in Zürich an.

Ende letztes Jahr entschied das Architekturbüro Burkard Meyer mit dem Projekt «Hypodrom» den internationalen Architekturwettbewerb für ein neues Fussballstadion beim Hardturmareal für sich.

Am 22. September stimmen die Zürcher über den 216-Millionen-Franken-Kredit ab. Dem Projekt ist in den letzten Tagen nun unerwartete Opposition erwachsen. So sprachen sich die sonst so sportfreundlichen FDP-Delegierten gegen den Stadionbau aus, während die Grünen Stimmfreigabe vermeldeten.

Es gebe in einer Demokratie immer Argumente für und gegen ein Projekt, sagt Meyer. «Ich empfinde die ablehnende Haltung gewisser Parteien nicht als Kritik an unserem Projekt, sondern vielmehr am Inhalt der stadträtlichen Vorlage.»

Meyer ist optimistisch, dass das Zürcher Stimmvolk im September Ja sagt zum Fussballstadion. «Die heutige Situation mit dem Letzigrund ist unbefriedigend. Ich bin überzeugt: Viele Zürcherinnen und Zürcher wollen ein reines Fussballstadion.»

Dass sich die Projekt-Befürworter bis jetzt zu wenig ins Zeug gelegt hätten, will Meyer so nicht sagen: Trotzdem: «Die Befürworter müssen jetzt einen Zacken zulegen. Aber es bringt nichts, das ganze Pulver zu früh zu verschiessen.» Vielmehr sei es entscheidend, zwei bis drei Wochen vor der Abstimmung präsent zu sein, so Meyer.

Immerhin haben sich in der Presse Nati-Coach Ottmar Hitzfeld oder Fifa-Präsident Sepp Blatter als Supporter des Projekts geoutet. So sagte Hitzfeld in der «Schweiz am Sonntag»: «Der wachsende Widerstand gegen das neue Fussballstadion irritiert mich.»

Wie viel beim Bau des Stadions an Honoraren für sein Büro anfallen werden, kann Meyer nicht genau beziffern. «Natürlich ist es ein grosser Auftrag.» Gleichzeitig relativiert Meyer: Vom 216-Millionen-Franken-Kredit entfallen nur rund 85 Millionen Franken auf das Gebäude selbst.

Darin enthalten ist ein Honoraranteil von zirka zehn Prozent. «Aber selbstverständlich nicht nur für unser Büro, sondern für alle beteiligten Ingenieure und Spezialisten», so Meyer.

Die neue Heimatstätte für die beiden Zürcher Fussballklubs GC und FCZ soll zwischen 16 000 und 19 000 Zuschauern Platz bieten. Die Eröffnung ist zum Saisonstart 2017/2018 geplant.