Ausgezeichnet

Badener Buchhandlung gewinnt Prestige-Preis in Frankfurt

Susanne Jäggi in ihrer Buchhandlung am Badener Theaterplatz: «Der Preis kommt einen Ritterschlag gleich.»

Susanne Jäggi in ihrer Buchhandlung am Badener Theaterplatz: «Der Preis kommt einen Ritterschlag gleich.»

Das «Librium» hat den Julius-Campe-Preis erhalten – für seine Art der Literaturvermittlung, bei der es mit sieben anderen Buchhandlungen zusammenarbeitet. Die Badener Buchhandlung reiht sich damit in eine Liste berühmter Schriftsteller ein.

Als sie die Namen der bisherigen Preisträger las, sei sie sich der grossen Ehre bewusst geworden, die ihr und dem Team des Buchladens «Librium» zuteil werde, sagt Susanne Jäggi. 2002 wurde Schriftsteller Martin Walser mit dem Julius-Campe-Preis ausgezeichnet, 2010 Schriftstellerin Elke Heidenreich, um zwei prominente Autoren zu nennen.

Dieses Jahr hat nun die Buchhandlungskooperation «5 plus» den Preis für ihre Art der Literaturvermittlung erhalten. Bei «5 plus» handelt es sich um einen Zusammenschluss von acht unabhängigen literarischen Buchhandlungen, die zweimal im Jahr ein Magazin mit Buchtipps herausgeben.

Das Badener Librium gehört der Gruppe als einzige Schweizer Buchhandlung an. «Schon als wir angefragt wurden, uns ihr anzuschliessen, war die Freude riesig. Der Julius-Campe-Preis kommt nun einem Ritterschlag gleich», freut sich Susanne Jäggi, die das Librium 1979 gründete.

Die Auszeichnung, die nach dem Verleger Julius Campe (1792-1867) benannt ist, gilt Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben.

Kein Beruf für Feiglinge

Bei der Laudatio an der Frankfurter Buchmesse sagte Felicitas von Lovenberg, die Preisträgerin des Vorjahres: Der Beruf des Buchhändlers sei keiner für Feiglinge, sondern einer, den ausschliesslich Idealisten und Optimisten mit Durchhaltevermögen ergreifen würden. Die Mitglieder von «5 plus» und damit auch die Badener Buchhandlung bezeichnete sie als «Buchvermittler auf höchstem Niveau».

Der Preis sei auch eine Bestätigung für die Arbeit der letzten 35 Jahre, sagt Jäggi. «Internet-Versand und Grossketten haben uns nie dazu verleitet, unser Konzept zu ändern. Wichtigste Aufgabe einer Buchhandlung ist es den Kunden Bücher zu empfehlen. Das ist nur möglich, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel lesen.»

Den Kunden persönliche Tipps zu geben und nicht nur die Bestsellerliste vorzustellen – dies bleibe auch in Zukunft das Erfolgsrezept erfolgreicher Buchhandlungen. Zu «5 plus» gehören nebst «Librium» die Buchhandlungen Klaus Bittner in Köln, Dombrowsky in Regensburg, Felix Jud in Hamburg, Lehmkuhl in München, Schleichers in Berlin, zum Wetzstein in Freiburg, und Leporello in Wien.

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