Innovation ist ihre Währung, darüber definiert sich die Dectris AG. Die Badener Hightech-Firma wurde seit der Gründung 2006 mehrfach mit Wirtschaftspreisen ausgezeichnet, zuletzt 2011 mit dem Aargauer Unternehmenspreis. Nun meldet sich das Jungunternehmen, das als Spin-off-Firma des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) entstand, zurück. Für die neuste Entwicklung «Eiger» erhielt die Dectris AG gestern in Zürich den «Swiss Excellence Product Award» – eine Auszeichnung für hervorragende technische Innovationsprojekte.

Dectris ist weltweit führend in der Entwicklung und Produktion von hochempfindlichen Röntgenkameras für akademische und industrielle Forschung. «Eiger» kam in diesem Sommer auf den Markt und löste den firmeneigenen Vorgänger «Pilatus» als schnellste Röntgenkamera der Welt ab. «Eiger hat eine fünfmal bessere Auflösung, die Bildrate ist noch höher und erlaubt unterbruchfreie Serie-Aufnahme von Bildern», beschreibt Dectris-Chef Christian Brönnimann. Davon profitieren Pharmaforscher und Strukturbiologen, die so beispielsweise den Aufbau von Viren besser erkennen oder neue Proteinstrukturen für Medikamente und Impfstoffe lösen können.

Umzug in den Täfernhof 2

Möglichst viele Preise zu sammeln sei nicht ihr Bestreben, sagt der Badener Brönnimann. «Doch ist es eine Anerkennung unserer herausragenden Arbeit.» Zudem seien gerade Innovationspreise marketingtechnisch sehr dienlich. «Wir versuchen stets, in neue Märkte vorzustossen.» Das sei mitunter eine der grössten Herausforderungen. Als Schweizer Firma, die sich zum Forschungs- und Produktionsstandort Baden bekenne, gäbe es nur eine einzige Chance, sagt Brönnimann. «Mit innovativen Produkten und optimierter Produktion müssen wir der Konkurrenz voraus sein.» Dennoch könne man auch so mit Grossproduzenten aus Asien nicht konkurrenzieren.

Doch im Nischenmarkt für Grossforschung ist Dectris wiederum die Nummer 1 im Bereich der Röntgendetektion und so bleibt auch zukünftig der Wissenschafts- und Analytikbereich das wichtigste Standbein. «Aber wir können Teile unserer Forschung nutzen, um andere Märkte zu erschliessen», ist Brönnimann überzeugt.

Das Spin-off-Unternehmen ist ein gutes Exempel für international erfolgreiche Schweizer KMU. Arbeiteten vor sechs Jahren erst 12 Mitarbeiter an der Neuenhoferstrasse, sind es heute bereits knapp 70, allein rund 50 Wissenschaftler. «Dectris wächst immer noch», sagt Gründer Christian Brönnimann, doch platzt man am jetzigen Standort aus allen Nähten. Deswegen zügelt man im Herbst 2015 den ganzen Firmensitz nach Dättwil in den 45-Millionen-Neubau Täfernhof 2.