Baden
Badener Frauen kämpfen für Lohngleichheit

Die Business and Professional Women Baden geben am fünften Equal Pay Day jungen Menschen Tipps: «Junge angehende Berufsleute müssen für Lohngespräche gewappnet sein», heisst es bei der BPW Baden.

Erna Lang-Jonsdottir
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Der Equal Pay Day soll auf die Lohnungleichheit bei Männern und Frauen aufmerksam machen.zvg

Der Equal Pay Day soll auf die Lohnungleichheit bei Männern und Frauen aufmerksam machen.zvg

Die Lohnungleichheit bei Männern und Frauen ist längst nicht aus der Welt geschaffen. «Viele junge Menschen, die in die Berufswelt einsteigen, sind sich dessen aber nicht bewusst», sagt Dominique Girod, Mitglied von Business and Professional Women (BPW) Baden.

Um junge angehende Berufsleute für das Thema Lohnungleichheit zu sensibilisieren, organisieren die Frauen von BPW Baden zum morgigen Equal Pay Day ein Powerpoint-Karaoke im Lokal Royal Baden.

BPW Baden gibt es seit 1976

«Business & Professional Women» (BPW) ist der bedeutendste Verband berufstätiger Frauen. Es gibt ihn in über 90 Ländern. Die Geschichte von BPW Switzerland ist eng verflochten mit gesellschaftspolitischen Themen wie dem Frauenstimmrecht, der Gleichberechtigung und der Frauenförderung im Berufsleben. Heute zählt BPW Switzerland rund 2500 Mitglieder und ist mit 40 Clubs in der Schweiz vertreten - seit 1976 auch in Baden. Die Badener BPW sind selbstständige Unternehmerinnen, Freischaffende oder Kaderfrauen in öffentlichen und privaten Organisationen aus unterschiedlichen Branchen. Die 60 Frauen aus der Region treffen sich regelmässig zum Austausch über berufliche und gesellschaftliche Fragen und Entwicklungen. (elj)

Der Fokus auf jungen Menschen

Das Powerpoint-Karaoke ist eine Form des klassischen Karaoke. Teilnehmerinnen und Teilnehmer singen dabei aber keine Liedertexte nach, sondern halten einen Vortrag aus dem Stegreif zu Folien, die zufällig ausgewählt wurden.

«Wir haben uns für das Powerpoint-Karaoke entschieden, weil es eine Art von Veranstaltung ist, die sich in jüngeren Kreisen etabliert hat», sagt Girod. Der Fokus liege dieses Jahr ganz bewusst auf jungen Menschen.

«Es ist uns wichtig, dass junge angehende Berufsleute für Lohngespräche gewappnet sind und dass sie sich bewusst sind, dass es immer noch Lohnunterschiede gibt», betont Girod.

Diskriminierung: Frauen verdienen 18,4 Prozent weniger

Die Lohndifferenz in der Privatwirtschaft nimmt langsam ab. Dennoch verdienen Frauen immer noch markant weniger. 2012 verdienten Frauen 18,4 Prozent weniger als Männer. Dies geht aus den aktuellen Berechnungen des Bundesamtes für Statistik hervor. Frauen müssten bis zum «Equal Pay Day» vom 7. März arbeiten, um für die gleichwertige Arbeit denselben Lohn zu erhalten, den Männer bereits am 31. Dezember 2012 auf dem Konto hatten. Wie aus der Medienmitteilung von «Business & Professional Woman (BPW) Baden» hervorgeht, lässt sich etwa die Hälfte der Lohndifferenz durch Faktoren wie Alter, Ausbildung, Berufserfahrung oder berufliche Stellung erklären. Die andere Hälfte ist nicht erklärbar - und stellt somit eine Diskriminierung dar. Das Gleichstellungsgesetz von 1996 verpflichtet alle Arbeitgeber in der Schweiz, Lohndiskriminierungen zu beseitigen: «Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen aufgrund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden.» Trotzdem sind Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen längst nicht getilgt. (elj)

Von alleine gebe es für eine Frau nicht den gleichen Lohn wie für einen Mann, diesen müsse man sich selber holen. «Deshalb ist es wichtig, dass sich die jungen Menschen informieren und Instrumente wie den Lohnrechner im Internet konsultieren.»

Wie Girod erklärt, gab es dieses Jahr Schulen, die eine Unterrichtseinheit zum Thema Lohnungleichheit durchgeführt haben.

«Wir wurden von der Kantonsschule Baden angefragt, ob wir Unterlagen zur Verfügung stellen können.» Sie gehe davon aus, dass der Anlass Anklang finden wird. «Wir wollen keinen Politanlass durchführen, sondern Wissen weiter geben und Spass haben.»

Powerpoint-Karaoke: Morgen, 19 Uhr, ohne Anmeldung, www.bpw-baden.ch.