WEF
Badener Kantischüler treffen globale Entscheidungsträger

In Davos tummelten sich am Wochenende nicht nur die Mächtigen aus der Finanz- und Wirtschaftswelt. Am Open Forum kamen auch Bürgerinnen und Bürger zu Wort, unter ihnen eine Delegation der Kantonsschule Baden.

Tabea Baumgartner
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Thomas Moser, stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank im Gespräch mit Maturanden und Maturandinnen
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Kantischüler am WEF
Open Forum Davos
An der Diskusison am Open Forum kommen Emotionen auf: Dieses Schild 'LIE' bezieht sich auf die Antwort eines der Diskussionsteilnehmer
Paneldiskussion Religion im 21 Jahrhundert: Moderator Narkis Alon Lawrence M Krauss (von links)
Chief Rabbi Pinchas Goldschmidt bringt das Publikum mit einigen Annektoten zum Lachen
In der Diskussion mit Reto Francioni dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse AG dürfen die Maturandinnen und Maturanden ihre eigenen Fragen einbringen
In der Diskussion mit Reto Francioni von der Deutschen Börse AG dürfen die Maturandinnen und Maturanden ihre eigenen Fragen stellen

Thomas Moser, stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank im Gespräch mit Maturanden und Maturandinnen

Tabea Baumgartner

Zwei Tage am WEF bedeutete für die Schülerinnen und Schüler aufregende Begegnungen mit Prominenz von Weltrang. «Den Westerwelle will ich live sehen», sagte einer der Badener. Kurz davor durfte die Klasse einem Referat von Thomas Moser lauschen – er ist Leiter der Abteilung Volkswirtschaft der Schweizerischen Nationalbank. Seine praxisnahen Berichte über die Geldpolitik der Nationalbank weckten das Interesse der Schülerinnen und Schüler. «Was ihr in Schulbüchern lernt, kann in der Praxis meistens auch angewendet werden. Bei der Bewältigung der jüngsten Finanzkrise waren sie jedoch nicht hilfreich genug – da mussten wir zu unkonventionellen Mitteln greifen», sagte Moser.

Audienz mit Börsenfachmann

Bevor Guido Westerwelle am Freitagabend in Davos auftauchte, hatten die Maturandinnen und Maturandinnen eine Audienz mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse AG, Reto Francioni. Eine einmalige Chance, brennende Fragen einem globalen Entscheidungsträger direkt zu stellen. «Sie haben bisher nur positiv über die Börse gesprochen», sagte eine der Maturandinnen. «Wie stehen Sie zum Handel mit Hochleistungscomputern? Steuert da nicht der Computer die Börse?» Francioni nahm sich Zeit, die Fragen ausführlich zu beantworten. Und was bedeutet der WEF-Besuch für ihn persönlich? «Die inhaltlichen Aussagen, die an Podiumsdiskussionen gemacht werden und kursrelevant sein könnten, müssen vorher detailliert geprüft werden. Für meine Arbeit sind vor allem die bilateralen Meetings von grosser Bedeutung», sagte Francioni.

Als krönender Abschluss der WEF-Exkursion verfolgte die Badener Delegation eine Podiumsdiskussion mit dem deutschen Vizekanzler Guido Westerwelle und den Finanz- und Wirtschaftsministern aus Italien, Spanien und Belgien. Die Zukunft der Eurozone war das Thema. «Welche Perspektive geben Sie den arbeitslosen Jugendlichen in Europa?» lautete eine Frage aus dem Publikum. Am Schluss ergriff ein Badener Kantischüler das Wort: «Ist ein Zusammenleben in Europa trotz verschiedener Sprachen und Kulturen möglich?», fragte Flakron Shkodra. «Die Schweiz ist doch das beste Beispiel dafür, dass es möglich ist», antwortete der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Vittorio Grilli. Westerwelle bediente sich seines rhetorischen Talents und erntete einmal mehr Applaus: «Haben Sie mehr Optimismus für Ihre Generation Europas, junger Mann.»