Kinder, mit roten Bäckchen und dick eingepackt, legen gespannt den Kopf in den Nacken und lauschen der Märchenerzählerin Maria Magdalena Kaufmann. Sie steht auf dem Vordach des Warenhauses Globus und erzählt die Geschichte des Badener Weihnachtslichts.

Knapp eine halbe Stunde zuvor auf dem Cordulaplatz: Hunderte von Kindern warten brav, bis sie ihr Glöckchen von den Brödliräten der Spanischbrödlizunft erhalten. Als es soweit ist, startet der Umzug von Laternen begleitet. Die Kleinsten stecken in Skianzügen und tapsen mit vom Körper gestreckten Armen wie Seesterne neben ihren Eltern her. Die Strassenbeleuchtung der Weiten Gasse brennt nicht, nur die Laternen erhellen die Strasse.

Die Bilder vom «Liechterwecke»:

Als Maria Magdalena Kaufmann am Ende des Märchens angelangt ist, kommt der Moment, auf den alle Kinder gewartet haben: «Und nun, lasst eure Glöcklein laut klingen, damit die Weihnachtsbeleuchtung geweckt wird», fordert sie die Kinder auf. Nach und nach lassen die Kinder ihre Glöckchen läuten. Dann fängt die Lichtkugel über dem Schlossbergplatz und die gesamte Weihnachtsbeleuchtung in Baden an, hell zu leuchten. Ein Raunen geht durch die Menge, man hört «Oohs» und «Aahs».

Stadtammann Markus Schneider bedankt sich nochmals bei den Kindern für ihren Einsatz. «Dank euch ist Baden hell erleuchtet», sagt er in einer kurzen Rede, für die er sich zur Märchenerzählerin Maria Magdalena Kaufmann auf das Vordach gesellt. Er weist darauf hin, dass alle Kinder mit einem frischgebackenen Spanischbrödli für ihren Einsatz belohnt werden.

Bereits zum neunten Mal fand das «Liechterwecke» statt. Die Idee hinter dem ersten «Liechterwecke» 2010 war, einen traditionellen Anlass und keinen kommerziellen zu organisieren. Wenn man an die strahlenden Gesichter der Kinder denkt, die gespannt der Geschichte der Märchenerzählerin lauschten, scheint dies gelungen zu sein.