Cortellini
Badener Lokalwährung? Ein guter Ansatz!

In seiner aktuellen Kolumne schreibt Daniel Cortellini über eine Badener Lokalwährung, wie sie Stadträtin Sandra Kohler angedacht hat.

Daniel Cortellini
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Eine Währung nur für Baden: Daniel Cortellini hat da eine Idee.

Eine Währung nur für Baden: Daniel Cortellini hat da eine Idee.

Tele M1

Ich habe mich lange und gründlich mit der neuen Idee von unserer Stadträtin Sandra Kohler auseinandergesetzt... Sie möchte für die Region Baden eine eigene Währung einführen. Der Gedanke ist spannend, profitieren würde vor allem das lokale Gewerbe, weshalb wir Sandra nur danken können! Aber: Meine Lebenserfahrung leerte mich manche Flaschen und stärkte die Erkenntnis: Das mit den Talern kann nicht funktionieren!

Erstens riskieren wir ein juristisches Verfahren mit Entenhausen – der Dagobert Duck soll hierfür unendlich viele Mittel bereitgestellt haben. Und Taler sind nun einmal die Währung von Entenhausen, seit bald 100 Jahren! Die werden uns gnadenlos bis vors Bundesverwaltungsgericht St. Gallen ziehen – mit so Verfahren kenn ich mich aus! Zweitens sind die Taler doch total unpraktisch – da sie nicht etwa aus richtigem Gold, sondern in der Regel aus Schoggi sind! Du musst nur mal die Hülle entfernen, schon siehst Du’s! Und spätestens, wenn Du so einen Taler mehr als zwei Minuten im Hosensack hast, sieht es auch das ganze Umfeld! So ein Ärgernis! Wären sie übrigens wie angeregt aus Papier, müssten sie fälschungssicher sein. Dann kosten sie aber mehr Franken, als Taler drin sind! Drum vergisses einfach mit den Talern...! Aber die Idee find ich genial, ökonomisch und höchst sozial. Ich habe sie drum ein bisschen weitergedacht und präsentiere der Stadt Baden die ultimative Lösung: Wir gehen neue Wege und bezahlen ab sofort mit Badener Riesling-Sylvaner (aus Ennetbaden)! Ein Tschumpeli entspricht 5 knallharten Schweizerfranken!

Die neue Währung kann stante pede bei mir bezogen werden und bringt die folgenden Vorteile: Erstens, es hat genug davon, ab sofort wäre die Stadt Baden also immer liquide! Keine Ausrede vom Stadtrat mehr! Zweitens, der Ennet(-Badener) Riesling-Sylvaner ist absolut fälschungssicher! Kein Winzer weit und breit erreicht diese knackige, frische Struktur! Drittens, der erwähnte Wein ist nahezu von jedermann/frau geschätzt und deshalb fungibel! (Mit diesem Fremdwort aus meiner damaligen Bank- und Kaderschule Aarau konnte ich schon manche Menschen beeindrucken!) Viertens, mit unserer neuen Währung könnten wir zur Not auch mal ein Feuer löschen! (Versuch das mal mit Dollars!) Fünftens, sollten sich die Finanzen rundherum nicht nach unseren Ideen entwickeln, können wir die Sorgen erstklassig ersäufen – dieses Privileg galt bis anhin nur für Weinhändler! Somit: i bi debii und hütt scho riich, yeaaaah!

Nachsatz: Diese Kolumne wurde am Mittwoch, 30. Mai, am Morgen geschrieben. Am Nachmittag haben Mike und Barbara Wetzel (und einige andere auch) infolge Hagelschaden einen beträchtlichen Teil ihrer «Währung» verloren... Somit: deckt Euch nicht bei mir, sondern direkt bei ihnen ein – sie alle werden Eure Solidarität zu schätzen wissen.

Daniel Cortellini betreibt an der Rathausgasse in Baden ein Fachgeschäft für Schweizer Weine. Er ist in Baden aufgewachsen und war während fünf Jahren Präsident der Unteren Altstadt Baden.