Auch sechs Tage nach der öffentlichen Entschuldigung von Geri Müller zeigt sich das team baden einerseits «enttäuscht» und bedauere sehr das Vorgefallene. Andererseits schreibt es in einer Medienmitteilung auch: «Wir haben die Entschuldigung von Geri Müller akzeptiert und stehen weiter zu ihm als Stadtammann.»

An jener Pressekonferenz hatte Geri Müller das Verbleiben in seinem Amt als Badener Stadtammann vom Vertrauen der Badener abhängig gemacht. «Ich muss schauen, ob das Vertrauen weiterhin besteht, oder ob ich mein Amt weiterhin ausüben kann. Ich habe mein Amt gern, fühle mich körperlich und geistig in der Lage, es innezuhaben. Doch ich will das nicht machen, wenn das Vertrauen weg ist», sagte er damals. 

arauf nehmen seine Parteifreunde des team baden Bezug. Es werde viele Gespräche und vertrauensbildende Massnahmen brauchen, schreibt die Partei in der Mitteilung. «Wir trauen es Geri Müller und dem Stadtrat zu, auf der Basis dieser Gespräche selber herauszufinden, ob Geri Müller das Amt des Ammanns weiter ausführen kann.» Aus Respekt vor seiner politischen Arbeit solle er die Chance erhalten, «das Vertrauen als Mensch, Politiker und Führungsperson zurückzuerobern».

Das team baden werde diesen Prozess verfolgen. Das heisst also: Die Badener Parteifreunde nehmen eine gewisse Distanz zu Geri Müller ein, ansonsten würden sie diesen Prozess begleiten. Sie stärken ihm also nicht bedingungslos den Rücken. 

Auch Grüne machen Einschränkung

Sehr ähnlich hatten die Grünen Baden in ihrer Medienmitteilung vom Sonntag argumentiert. Der Vorstand habe aufgrund der Rückmeldungen der Basis beschlossen, Geri Müller als Stadtammann weiterhin zu unterstützen. Dies allerdings mit der Einschränkung, dass «genügend Vertrauen vorhanden» sei.

Bis wann Geri Müller das Vertrauen zurückgewonnen haben muss, lassen team baden und die Grünen Baden offen. CVP, FDP und SVP fordern dagegen weiterhin den Rücktritt von Geri Müller als Stadtammann. (pz)