Wahlen 2017
Badener Stadtammann-Wahl wirft ihre Schatten voraus

Thierry Burkart bestätigt, dass er von vielen Seiten für eine Kandidatur als Stadtammann von Baden ermuntert wird. Ob er diese auch antritt, lässt er aber noch offen.

Martin Rupf
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Thierry Burkart: «Natürlich freut mich dieser Vertrauensbeweis»

Thierry Burkart: «Natürlich freut mich dieser Vertrauensbeweis»

Alex Spichale

Das Gerücht ist letzte Woche an der Grossratsfeier von Markus Dieth aufgekommen: Demnach werde der noch amtierende Grossratspräsident Thierry Burkart (FDP) von den Bürgerlichen in Baden als Kandidat für die Stadtammann-Wahlen im Herbst 2017 umworben. Klar, nur ein Gerücht. Doch wo Rauch ist, ist auch Feuer. «Zu all dem mache ich mir zurzeit noch keine Gedanken», sagt Burkart, der heute seine letzte Sitzung im Grossen Rat als Ratspräsident leitet.

Er könne aber bestätigen, dass er auf Badener Strassen seit Wochen von vielen Menschen auf eine mögliche Kandidatur angesprochen werde. «Natürlich freut mich dieser Vertrauensbeweis», gibt Burkart unumwunden zu. Doch er wolle jetzt erst einmal das Amt des Grossratspräsidenten ordentlich zu Ende führen. «Erst danach mache ich mir Gedanken über meine politische Zukunft», so Burkart, dem auch Ambitionen für die Nationalratswahlen 2015 nachgesagt werden. «Sicher ist einzig: Ich habe immer noch grosse Freude an der Politik.»

Vizeammann ist nicht nervös

Doch was sagen die Bürgerlichen zu diesem Gerücht – allen voran die beiden Stadträte Markus Schneider (CVP) und Roger Huber (FDP), die Anfang 2013 gegen den heutigen Stadtammann Geri Müller ins Rennen stiegen? «Ich habe es zur Kenntnis genommen», sagt Markus Schneider, der als Vizeammann während der Affäre um Geri Müller die Stadt ad Interim führte. «Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass mich dieses Amt reizen würde und dass ich mir sehr gut vorstellen könnte, im Herbst 2017 – wenn es denn wirklich so lange dauert – wieder anzutreten.» Nervös mache ihn das neuste Gerücht nicht. Grundsätzlich sei es jetzt noch sehr früh, bereits über die Wahlen 2017 zu sprechen. «Wenn Thierry Burkart tatsächlich ins Rennen steigen sollte, müsste man die Situation genau analysieren.» Natürlich sei Burkart sehr bekannt, dafür fehle ihm aber Exekutiverfahrung, tönt Schneider schon leicht angriffig. FDP-Stadtrat Roger Huber möchte das Gerücht hingegen nicht kommentieren, da es für ihn mit der aktuellen Situation im Badener Stadtrat zusammenhängt: «Wie immer in dieser Affäre möchte ich auf jegliche Stellungnahmen verzichten.»

«Hauptsache bürgerlich»

Auch FDP-Präsident Matthias Bernhard möchte das Gerücht nicht gross kommentieren. Insbesondere dementiert er, dass bereits Gespräche stattgefunden hätten. «Dass der Name Burkart auftaucht, ist zwar naheliegend, doch im Moment ist immer noch alles völlig offen.» So viel kann Bernhard im Hinblick auf 2017 aber verraten: «Es ist völlig klar, dass die Bürgerlichen den Stadtammann-Sitz zurückerobern wollen.» Interessant: Für Bernhard muss das dabei nicht zwingend ein FDP-Mann (oder eine FDP-Frau) sein. «Die Person muss einfach bürgerlich sein und über liberales Gedankengut verfügen», so Bernhard.

Simon Binder, Co-Präsident der CVP-Stadtpartei, dürfte am neusten Gerücht wenig Gefallen gefunden haben, steht doch mit Stadtrat Schneider ein eigener Kandidat in den Startlöchern. «Natürlich wäre Markus Schneider ein valabler Stadtammann-Kandidat.» Schneider habe als quasi Interim-Stadtammann einen sehr guten Job gemacht. «Aber grundsätzlich ist es jetzt noch zu früh, für die Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2017 schon Namen herumzureichen», so Binder. Insofern kommentiere er auch das Gerücht um Thierry Burkart nicht. «Fakt ist, dass die CVP zu gegebener Zeit über potenzielle Stadtammann-Kandidaten befinden wird.» Binder hofft, dass das nicht erst im Hinblick auf den Wahlherbst 2017 der Fall sein wird. «Der jetzige Zustand ist nicht tragbar. Ich hoffe, es kommt vorher zu Neuwahlen.»