Baden
Badener Stadträtin Daniela Oehrli tritt nicht mehr an

Bald werden im Stadtrat erstmals in der Geschichte Badens drei Frauen vertreten sein. Doch diese historische Konstellation könnte schon ab 2014 wieder ein Ende haben. Denn SP-Stadträtin Daniela Oehrli tritt nach 12 Jahren nicht mehr zur Wahl an.

Martin Rupf
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SP-Stadträtin Daniela Oehrli tritt im Herbst nicht mehr zur Wahl an

SP-Stadträtin Daniela Oehrli tritt im Herbst nicht mehr zur Wahl an

Ab dem 1. April werden im Stadtrat mit Daniela Oehrli (SP), Daniela Berger (SP) und der frisch gewählten Ruth Müri (team baden) erstmals in der Geschichte Badens drei Frauen vertreten sein. Doch diese historische Konstellation könnte schon ab 2014 wieder ein Ende haben. Grund: SP-Stadträtin Daniela Oehrli (54) tritt nach zwölfjähriger Amtszeit

Frau Oehrli, seit 2002 sind Sie Stadträtin von Baden. Weshalb verzichten Sie auf eine vierte Legislatur?

Daniela Oehrli: Als ich in den Stadtrat gewählt wurde, habe ich mir selbst eine Limite von zwölf Jahren gesetzt.

Weshalb gerade zwölf Jahre?

Ich finde das eine gute Zeitdauer. Ich habe das auch schon als Einwohnerrätin so gehandhabt. Nach zwölf Jahren - als ich für den Stadtrat kandidierte - habe ich mich bewusst nicht mehr auf die Einwohnerratsliste setzen lassen. Wäre ich damals also nicht als Stadträtin gewählt worden, wäre meine politische Laufbahn beendet gewesen.

SP will ihre zwei Sitze halten

Am 16. März entscheidet die SP Baden an der Nominationsversammlung, wen Sie als Nachfolgerin oder als Nachfolger von Daniela Oehrli aufstellen will. «Unser Ziel ist es ganz klar, unsere zwei Sitze im Stadtrat zu halten», sagt SP-Präsidentin Andrea Arezina. Dass der Nicht-Wiederantritt Oehrlis im Herbst ein Nachteil sein könnte, glaubt Arezina nicht: «Wir habe gute und fähige Personen in der Partei; ich mach mir keine Sorgen. Zudem ist ein gewisses Risiko immer vorhanden. Wir sehen uns ja sozusagen einem Dauerangriff ausgesetzt.» Dies umso mehr, als jetzt die Konkordanz - wenn diese denn überhaupt je bestanden habe - letzten Sonntag gebrochen worden sei. Bis kommenden Mittwoch können sich interessierte SP-Mitglieder für die Nachfolge von Daniela Oehrli melden. «Natürlich betreiben wir eine aktive Personalpolitik und suchen das Gespräch mit potentiellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern», so Arezina. Bereits am Montag hatte SP-Stadträtin Daniela Berger angekündigt, dass sie sehr gerne ihr Ressort Kultur als Stadträtin weiterführen würde. (mru)

Was spricht inhaltlich für zwölf Jahre?

Das sind drei Legislaturen, was ich als ideal erachte. In den ersten zwei Jahren bewegt man sich noch in den Fussstapfen des Vorgängers. Erst danach beginnt man, eigene Akzente zu setzen. Auch lernt man die politischen Abläufe besser kennen und weiss, wie man mit den politischen Organen zusammenarbeiten muss. Nach zwölf Jahren schleicht sich aber auch eine gewisse Routine ein und gewisse politische Abläufe und wiederkehrende Tätigkeiten und Anlässe beginnen sich zu wiederholen. Dann wird es Zeit, den Platz einer frischen, unverbrauchten Person zu überlassen. Ich will gehen, solange ich noch glaubwürdig bin und meine Arbeit geschätzt wird.

Sie haben von Anfang an das Ressort Soziales geführt. Weshalb?

Eigentlich wollte ich das Ressort Sicherheit doch das hat mir damals Stephan Attiger weggeschnappt (lacht).

Daniela Oehrli, die oberste Polizistin von Baden?

Da ich beruflich aus dem Sozialbereich komme, wollte ich bewusst ein anderes Ressort. Zu einem späteren Zeitpunkt das Ressort zu wechseln, kam für mich nicht mehr in Frage, da man sich als Ressortvorsteher Kompetenzen aneignet, mit verschiedenen Personen eng zusammenarbeitet und wichtige Kontakte aufbaut.

Was war Ihr grösster Erfolg in Ihrer Amtszeit?

Sicher die Einführung der aufsuchenden Gassenarbeit, bei der die Stadt heute für 70 Stellenprozent im Hilfswerk «Hope» aufkommt.

Gab es auch Tiefschläge?

Ja, klar. Besonders gewurmt hat mich, dass ich mit einem Alkoholpräventionsprojekt dreimal schon im Stadtrat gescheitert war. Vor zehn Jahren war das halt noch eine andere Zeit. Die Stadträte hatten wohl Angst, ich wolle ihnen ihr Glas Wein verbieten (lacht). Ich habe das Projekt aber sicher auch nicht gut genug verkauft. Sehr emotional war auch die Installation eines Spritzenabgabeautomaten beim Schlossbergplatz. Da waren sehr viele Ängste und Unsicherheiten vorhanden.

In gut einer Woche entscheidet die SP über Ihre Nachfolge. Gibt es potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten. Ihre Favoritin, Ihr Favorit?

Namen nenne ich bestimmt keine (lacht). Ich bin überzeugt, dass wir eine sehr fähige Nachfolgerin oder fähigen Nachfolger nominieren werden.

Was machen Sie ab dem 1. Januar 2014?

Ich falle in eine grosse Depression (lacht). Nein im Ernst, ich werde mich beruflich neu orientieren. Zurzeit bilde ich mich weiter auf dem Gebiet des Managements.

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