Nächstes Jahr feiert die Gemeinde Ennetbaden mit einem grossen Fest und zahlreichen Veranstaltungen 200 Jahre Unabhängigkeit von der Stadt Baden. Die Badener hatten damals genug von den «Türken» jenseits der Limmat, die ihre Steuern nicht zahlen wollten. Heute sind die freundnachbarschaftlichen Beziehungen wieder besser. In einem Punkt dürfte es sogar zu einer kleinen Wiedervereinigung kommen: Ennetbaden soll sein Trinkwasser bald von der Stadt Baden beziehen.

Am 8. November stimmen die Ennetbadener Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung über den Wasserliefervertrag mit der Stadt ab. Sagen sie Ja, sprudelt in Ennetbaden ab dem 1. Januar 2021 Badener Trinkwasser. Der Grund für diesen Vertrag: die auslaufende Konzession für die Grundwasserfassung in der Limmatau. Bei der Überarbeitung des Schutzzonenreglements durch den Kanton im Jahr 2004 wurde klar, dass die Grundwasserschutzzone den Ansprüchen des Bundes nicht mehr genügt. Ennetbaden bezieht heute rund zwei Drittel seines Wassers aus der Limmatau.

Ein neues Grundwasserpumpwerk in Ennetbaden kann nicht realisiert werden. Deshalb wurden vier neue Varianten geprüft, von denen sich das Angebot der Regionalwerke AG Baden mit dem Wasserbezug aus Baden als die interessanteste erwiesen habe, wie es in der Vorlage der Gemeinde heisst.

Pumpwerk voraussichtlich ab 2021 abgebrochen

Mit den Regionalwerken wurde bereits ein Vertrag über die Trinkwasserlieferung unterzeichnet – unter Vorbehalt der Genehmigung durch den Kanton und die Gemeindeversammlung. Das Department für Bau, Verkehr und Umwelt hat Ende August bereits zugestimmt. Der Wasserliefervertrag ist für Ennetbaden kostenneutral, unter Einrechnung der jährlichen Abschreibung für die Erneuerung des Grundwasserpumpwerks Limmatau.

Das Pumpwerk aus dem Jahr 1963 wird voraussichtlich ab 2021 abgebrochen. «Die Schutzzone um die Grundwasserfassung in der Limmatau wird per Ende 2020 aufgehoben, wenn die Konzession ausläuft», erklärt Gemeindeschreiber-Stellvertreter Dominik Andreatta. Was mit dem Grundstück danach geschehe, sei noch völlig offen.