«Wir möchten die sofortige Öffnung der Tunnelgarage für Velos», sagt Hubert Kirrmann. Der Präsident der Pro Velo Region Baden ist unzufrieden. «Seit die Weite Gasse wegen der Sanierung für den Veloverkehr geschlossen ist, existiert nur noch eine untaugliche alternative Route durch die Stadt.»

Viele Velofahrer benützen seither die Tunnelgarage als Abkürzung – dort herrscht aber ein Velofahrverbot. Die Stadtpolizei hat in letzter Zeit vermehrt Kontrollen durchgeführt und Velofahrer gebüsst («Schweiz am Sonntag» berichtete).

Unzumutbare Alternativroute

Der Unmut unter den Radlern ist gross. Besonders, dass man nicht mehr durch die Stadt fahren kann, ohne vom Velo absteigen zu müssen. «Die heutige Alternativroute über den Kirchplatz mit Absteigen vom Löwenplatz bis zum Schlossbergplatz ist unzumutbar und stört auch die Fussgänger», sagt Kirrmann.

Der Durchgang beim Stadthaus sei durch das Baugestell versperrt, die Lage im Zwingelhof unklar signalisiert.

Pro Velo hat deshalb Mitte März beim Stadtrat einen Antrag eingereicht. In diesem wird die Mitbenutzung der Tunnelgarage durch Velofahrer verlangt. Und zwar versuchsweise während der Sperrung der Weiten Gasse.

Das könne man als Testfall für die künftige Unterführung Schulhausplatz sehen, steht im Antrag. «Es gibt keinen haltbaren Grund, mit der Öffnung der Tunnelgarage bis nach dem Schulhausplatzumbau zuzuwarten», sagt Kirrmann.

Gerade die Sicherheitsbedenken überzeugen den begnadeten Velofahrer nicht. Die aus den Parkplätzen herausfahrenden Autofahrer sehen ein Velo ebenso gut oder schlecht, wie einen Fussgänger. «Ich finde die Tunnelgarage nicht gefährlich, wenn Velofahrer sie benutzen.» Dass einige Velofahrer oft recht zügig durch die Garage fahren, lässt er nicht gelten: «Verkehrs-Rowdys sind selten.»

Vorwürfe an die Stadt

Es ist nichts Neues, dass die Velofahrer durch die Tunnelgarage fahren möchten: «Immer wieder haben wir Anträge an die Stadt gestellt», so der Präsident von Pro Velo.

Immer aber sind sie enttäuscht worden: «Die Stadt hat Anträge versanden lassen und hoffte wohl, dass diese sich erübrigen würden, wenn sie nur lange genug ignoriert werden.» Kirrmann glaubt, dass es auch dem neuen Antrag so ergehen werde. «Für die Stadt wäre es am bequemsten, abzuwarten, bis die Sanierung der Weiten Gasse im Herbst abgeschlossen ist.»

Hat Geri Müller ein offenes Ohr?

Doch nun kommt Hoffnung auf: Rolf Wegmann, Abteilungsleiter Entwicklungsplanung der Stadt Baden, sagte gestern auf Anfrage, dass eingeplant sei, den Antrag am Montag an der Stadtratssitzung zu behandeln.

Kirrmann freut sich, dass etwas ins Laufen kommt. «Ich hoffe, dass der neue Stadtrat mit Ruth Müri und Geri Müller ein offenes Ohr für unsere Anliegen haben wird.»