Baden
Badener Videothek «Energy-Video» hat Konkurs angemeldet

Die Videothek «Energy-Video» an der Stadtturmstrasse ist seit Ende Juni geschlossen. Deren Geschäftsführer musste früher schon für andere Videotheken Konkurs anmelden. Als Grund gibt er das veränderte Medienverhalten und die vielen legalen und illegalen Downloads an.

Martin Rupf
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Seit Ende Juni zu: «Energy-Video» an der Stadtturmstrasse. cru

Seit Ende Juni zu: «Energy-Video» an der Stadtturmstrasse. cru

Corinne Rufli

«Auf Anweisung des Chefs der Energy-Video GmbH müssen wir Sie bitten, die gemieteten Filme an folgende Adresse zu senden.» So steht es auf dem Aushang mit dem Titel «Geschlossen» der an der Eingangstüre zur Videothek an der Stadtturmstrasse hängt.

Der Chef – das ist Jürg Kammermann – bestätigt den Konkurs: «Leider gab es für die Videothek keine Zukunft mehr, was ich sehr bedauere.» Acht Mitarbeitern habe er kündigen müssen, was ihm sehr leid tue. Zum Gerücht, wonach einige Mitarbeiter in den letzten zwei Monaten keinen Lohn mehr erhalten hätten, sagt Kammermann: «Das stimmt nicht. Fakt ist vielmehr, dass sich einige Mitarbeiter bereit erklärten, einen Monat auf den Lohn zu verzichten, weil sie noch an die Rettung der Videothek glaubten.»

Die Videothek in Baden ist nur eine von total elf Videotheken, die Kammermann schliessen musste. Alleine in Zürich meldete er für fünf Filialen Konkurs an. Auf Anfrage der az erläutert Kammermann, weshalb es Videotheken in der heutigen Zeit schwierig hätten. «Über allem steht das veränderte Medienverhalten. Gerade junge Menschen verbringen sehr viel Zeit auf Plattformen wie Facebook.» Zudem würden die TV-Sender ein riesiges Angebot an Serien anbieten, die vor allem bei jüngeren Menschen hoch im Kurs stünden. «Kurz: Wir haben eindeutig ein Überangebot an Entertainment.» Und nicht zuletzt seien natürlich auch die vielen legalen und illegalen Downloads ein grosses Problem für die Videotheken.

Zu allen diesen Problemen sei in Baden noch ein relativ hoher Mietzins hinzugekommen. «Leider konnten wir uns mit der Vermieterin nicht auf günstigere Konditionen einigen», sagt Kammermann. Wie viele Filme sich noch bei den Kunden befinden, weiss Kammermann nicht. «Ich hoffe natürlich, dass die Kunden uns möglichst viele Filme zurückschicken.»

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