Wie oft war seit dem 13. Juni 2010 schon vom Zufallsentscheid die Rede: Hätten damals nur 24 Badener mehr der Fusion mit Neuenhof zugestimmt, gäbe es heute zwischen Baden und Neuenhof keine Grenzen mehr – denn 93 Prozent der Neuenhofer stimmten dem Zusammenschluss mit dem grossen Nachbarn zu. Seither ist das Thema einer Fusion zwischen Baden und Neuenhof immer wieder aufgekommen, jedoch ohne zählbaren Erfolg. Auch eine wenige Tage nach der Abstimmung angekündigte Volksinitiative kam nie zustande.

Nun zeigt sich: Auch wenn Badenerinnen und Badener heute über eine solche Fusionsinitiative abstimmen könnten, hätte ein Zusammenschluss einen schweren Stand. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor (s. rechts). Demnach können sich nur gerade 44 Prozent der Befragten ein Zusammengehen mit Neuenhof vorstellen. Interessant: Man könnte vermuten, dass sich vor allem die ältere Generation mit der Idee eines Zusammenschlusses schwertut, weil sie sich in höherem Masse mit ihrer Gemeinde identifiziert. Doch die Umfrageresultate zeigen ein anderes Bild. Je jünger die Befragten, desto weniger hoch die Zustimmung zu einem Zusammenschluss.

«Verpasst, Steilpass aufzunehmen»

Neuenhofs Frau Gemeindeammann Susanne Voser sieht den Grund für das Resultat nicht in hausgemachten Versäumnissen: «Nachdem die Ennetbadener im Sommer einem Antrag zur Ausarbeitung eines Projektierungskredits für mögliche Fusionsverhandlungen mit Baden und anderen Nachbargemeinden zugestimmt haben, hat es die Stadt Baden leider verpasst, diesen Steilpass konkret aufzunehmen.» Neuenhof könne in Sachen Fusion mit Baden und Ennetbaden keine aktive Rolle einnehmen. «In der Zwischenzeit werden wir im Rahmen unserer ‹Strategie Vorwärts› aber alles daransetzen, dass wir eine attraktive Braut sind, wenn das Fusionsthema dereinst konkret wird», betont Voser.

Badens Stadtammann Geri Müller kommentiert das Umfrageresultat wie folgt: «Aus den 44 Prozent eine grundsätzliche Ablehnung gegenüber Neuenhof abzuleiten, wäre sicher falsch.» Und zur Kritik von Voser meint er: «Es ist nicht so, dass wir den Ball nicht aufgenommen haben.» Eine Delegation werde bald mit Vertretern aus Ennetbaden zusammensitzen, um das weitere Vorgehen in Sachen Fusion zu besprechen. «Je nach Ausgang der Gespräche werde dann entschieden, ob und auf welche Nachbargemeinden die Fusionsthematik ausgeweitet werden soll.» Fakt sei, so Müller, dass das Thema Fusion in den Legislatur- und Jahreszielen ganz weit oben stehe.

Umgekehrtes Bild in Wettingen

Während ein Zusammenschluss mit Neuenhof bei den Badenern keine Mehrheit findet, befürwortet eine Mehrzahl, nämlich 55 Prozent der Befragten, eine Fusion mit der Gemeinde Wettingen. Eine Fusion mit der – nicht mehr grössten Aargauer Gemeinde – Wettingen, wäre also denkbar. Doch halt: Anders als in Neuenhof dürfte es ein Zusammenschluss mit Baden bei den stolzen Dorfbewohnern Wettingens schwer haben.

Davon zeugt nicht zuletzt die klare Haltung des Wettinger Gemeindeammanns Markus Dieth. So gab er in der gestrigen Ausgabe zu Protokoll: «Wir haben das Thema Fusion dieses Jahr im Gemeinderat diskutiert und sind erneut zum Schluss gekommen, dass eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sinnvoller ist und wir diese noch intensivieren wollen.» Nur fusionieren, damit man fusioniert habe, bringe den Bürgern nichts, ist Dieth der festen Überzeugung.