Baden
Badenfahrt-Film kommt 2020 ins Kino – auch wenn noch Geld fehlt

Zwar fehlt immer noch Geld, doch Filmemacher Rolf Lang glaubt, den Film nächstes Jahr zeigen zu können.

Martin Rupf
Merken
Drucken
Teilen
Der Dokfilm wird die schönen Erinnerungen an die Badenfahrt 2017 nochmals aufleben lassen. (Archiv)

Der Dokfilm wird die schönen Erinnerungen an die Badenfahrt 2017 nochmals aufleben lassen. (Archiv)

Chris Iseli

Die letzte Badenfahrt? Ja, sie liegt nicht nur gerade meteorologisch weit zurück, sondern vor allem auch zeitlich. Bereits mehr als zwei Jahre ist es her, seit das grosse Volksfest, das über eine Million Festbesucher anlockte, über die Bühne ging. Zwar nicht ganz so lang warten Badenfahrt-Fans auf den Kinodok-Film des Regisseurs Rolf Lang. Doch auch dieser hätte bereits vor über einem Jahr über die Leinwand flimmern sollen.

Der Dokfilm, der bisher erst den Arbeitstitel «Badenfahrt» trägt, stellt die Vereine und die Freiwilligenarbeit ins Zentrum und soll die Emotionen derjenigen zeigen, die das Fest auf die Beine gestellt haben. «An der Badenfahrt fasziniert mich insbesondere die Motivation der unzähligen Menschen, das Fest zu gestalten und diesen enormen Einsatz zu leisten», sagt der Ennetbadener Filmemacher Rolf Lang, der mit seiner Firma Redspace AG in Schlieren stationiert ist. Doch die Realisierung des über 90-minütigen Films hat sich aufgrund fehlender finanzieller Mittel verzögert. Rund 200'000 Franken kostet die Produktion des Dokumentarfilms. Das Badenfahrt-OK und die Stadt Baden haben je 10'000 Franken gesponsert.

Schweizer Fernsehen will den Film ebenfalls zeigen

Anfang dieses Jahres fehlten noch rund 45000 Franken, die man mittels Crowdfunding sammeln wollte. «Rund die Hälfte haben wir seither gesammelt», sagt Lang. Genug, damit er alle am Film beteiligten für ihre Arbeit bezahlen kann. «Ausser meine Arbeit, die ich ehrenamtlich mache. Das ist aber auch der Grund für die Verzögerung, denn ich musste andere, bezahlte Aufträge annehmen, um Geld zu verdienen.»

Unter optimalen Bedingungen wäre der Film in ein paar Monaten vollendet gewesen. «Immerhin haben wir jetzt aus 80 Stunden Drehmaterial einen ersten kompletten Rohschnitt anfertigen können», sagt Lang. Diesen Rohschnitt werde er jetzt zusammen mit der Filmcutterin Franziska Schlienger verfeinern. «Unser Ziel ist es, bis Ende Januar mit dem Schnitt fertig zu sein.» Danach würden das Komponieren und Einspielen der Filmmusik, die Tonmischung und die Bildbearbeitung folgen. «Wann genau der Film im kommenden Jahr ins Kino kommt, wissen wir noch nicht, respektive es hängt damit zusammen, wann und an welchem Filmfestival der Film als Weltpremiere gezeigt wird.»

Der 38-Jährige betont, dass man das Projekt immer noch auf der Website www.badenfahrt- film.ch finanziell unterstützen könne, wenn man dies wolle. «Auf diesem ist auch ein zehnminütiger Filmteaser zu sehen, aber wohl nicht mehr sehr lange.» Als Gegenleistung für die Unterstützung winken Filmkurse mit Rolf Lang oder exklusive Vorführungen des Dok-Films im Wettinger Kino Orient.

Auch das Schweizer Fernsehen SRF, das sich auch finanziell an der Realisierung beteiligt, will den Dokfilm im TV ausstrahlen – nachdem er natürlich über die Kinoleinwände geflimmert ist. Doch interessiert der Film überhaupt über Baden hinaus? Lang: «Es geht beim Film ja nicht nur um die Badenfahrt als solche, sondern um das Thema Freiwilligenarbeit und was Vereine zu leisten imstande ist.»

Badenfahrt 2017 – die schönsten Augenblicke:

Badenfahrt 2017: Die schönsten Augenblicke
34 Bilder
Leinen los heisst es auf der Hochbrücke bei Herrn Schmidt.
Das Finale des Festspiels mit Merker Bianca und Musical Space Dream.
Festbeizen in neuen Dimensionen: «universALL» und «Dorian Grey».
Adrian Stern vor heimischem Publikum mit lokalen Musikern.
Die Beiz "Kubbbeiz zum chliine Björn" des Aargauischen Kubbverbands, vor der immer wieder Kubb gespielt wird.
Wer verliebt sich bei diesem Anblick nicht in das malerische Baden?
Die serbische Beiz "Kolo Baden" bot ein gemütliches Plätzchen an der Limmat und bot Live-Musik.
Einfach toll – die Badenfahrt bei Nacht. Schön war's: Die Badenfahrt 2017 bleibt in bester Erinnerung.
Die Projektion "Ouroburus" von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm an der Badenfahrt. (21. August 2017)
Die Zurzibiet-Beiz "Baumhuus" auf dem Schlossbergplatz.
Festbesucher auf dem Schlossbergplatz. (21. August 2017)
Der erste Samstagabend wurde zu einer langen Partynacht. Die Dancefloors waren pumpenvoll. Im Bild: Charlies Dampfer.
Kreativ gestaltete Bars zierten die Limmat-Hochbrücke an der Badenfahrt. Das grosse Volksfest zählte mehr als 1,2 Millionen Besucher.
Umgekehrt: Die Zürcher Zünfte beehren die Aargauer Badenfahrt.
Nächtliches Baden mit Blick auf die Hochbrücke.
Exklusiv: Die Spanischbrötlibahn durfte als erste durch den neuen Bustunnel fahren.
Hoch hinaus.
Auch für Kinder ist die Badenfahrt ein Heidenspass.
Die SNCF-Lokomotive 30.R.1244 war am ersten Festsonntag mit ihrem Halt in Baden ein Publikumsmagnet.
Bei diesem Anblick schlägt wohl so manches Kinderherz höher – und nicht nur.
Hier steigt zehn Tage lang Party: unter der Hochbrücke.
Die Kreativität kennt keine Grenzen an der Badenfahrt: ein Pool in der Bar.
Die Raketenbeiz – ein Hingucker.
Jauchzen und Kreischen in der Lunapark-Region.
Innig: Ein Kuss während des Konzerts der Pedestrians
Mit allen Sinnen dabei: Der Dirigent des Wasserspiels, das beim Tränenbrünneli aufgeführt wird.
Leidenschaftlich: Adrian Stern bei seinem Konzert
Aufregend: Eine temporeiche Fahrt im Lunapark
Ausgelassen: Die Party-Nacht im Oceans Club
Konzentriert: Gezielter Wurf an den Kubb-Meisterschaften im Kurpark
Vorfreude: Blick aus dem Führerstand der Dampflock
Dynamisch: Ein Mädchen misst seine Kraft am Box-Automaten
Kreischend: Das Service-Team der Polygon-Bar in bester Laune

Badenfahrt 2017: Die schönsten Augenblicke

Sandra Ardizzone