«Die Badenfahrt 2017 sorgt für ein weiteres Novum: Die traditionellen Plaketten werden von modernen und bunten Bändeli fürs Handgelenk abgelöst», schreibt das Komitee in seiner Medienmitteilung.

Es habe allerdings eine längere Diskussion abgesetzt, erklärt Jürg Braga, als dienstältestes Mitglied Vize-Präsident des Badenfahrt-Komitees, zum Thema Plakette oder Plastikbändeli. «Doch die Jüngeren im Komitee haben für einen klaren Entscheid gesorgt. Und den respektieren wir alle», fügt Braga an, der zumindest im jetzigen Zeitpunkt der Plakette noch etwas nachtrauert.

Sogar euphorisch ist dann der offizielle Wortlaut: «Die fröhlichen Plastikbändeli liegen im Trend und haben grosses Potenzial, sich mit ihrem Badenfahrt-Design zu Kultobjekten zu mausern.»

Von «cool» bis «Schrott»

Ob dem auch so sein wird, muss sich noch weisen. Denn Bändeli, wie sie als Tanzbändeli schon vor Jahrzehnten in Form von zerreissfesten Papier-Bändeli üblich waren, gibt es heute an jedem Open Air, Dorffest, an Messen und anderswo.

Die Meinungen in den Diskussionen, die derzeit in den Social Media darüber geführt werden, gehen jedenfalls weit auseinander. Die Kommentarpalette reicht von «cool» bis «Schrott». Während die einen kaum auf die Bändeli warten können, heisst es oft «schade», denn man hat sich bereits auf die «altmodische» Plakette gefreut. Sammler bedauern diesen Traditionsbruch zutiefst.

Wie reagieren andere traditionelle Gruppierungen? Mario Delvecchio, Zunftmeister der Zunft zur Sankt Cordula Baden, hat wenig Verständnis für die Abkehr von der Plakette: «Zu einer Badenfahrt gehört doch eine richtige Plakette, das sage ich jedenfalls als Traditionalist.»

Versöhnlicher tönt es bei der Spanischbrödlizunft: «Das Anheften von Plaketten ist nicht mehr jedermanns Sache. So gesehen sind die Bändeli sicher praktischer», sagt Brödlimeister Beni Schmid. «Es ist so: Wir brechen mit einer Tradition», sagt Plakettenchef Robert Kramer. Es sei aber auch nicht mehr zeitgemäss, sich eine Plakette auf die Brust zu heften. Die Bändeli sind abnehm- sowie waschbar und damit hygienisch.

Ohne Bändeli - kein Eintritt

Laut Robert Kramer gibt es zehn Tages- und ein 10-Tages-Bändeli für die ganze Badenfahrt. Im Plastik sind Symbole oder Schriftzüge eingefräst. Die Möglichkeit, diese zu kopieren, sei wie auch bei einer Plakette nie auszuschliessen, sagt Kramer.

«Die Festpässe sind nicht wie in früheren Jahren einfach Ehrensache, sondern diesmal obligatorisch», weist Kramer auf ein schärferes Eintritts- und Kontroll-Regime an der Badenfahrt hin. «Die Bändeli gelten als freier Eintritt für alle Veranstaltungen am Fest, auch für Konzerte und ausserdem für den Eintritt in die Festbeizen.»

Die Festpässe seien wiederum eine wichtige Finanzierungsquelle für ein so grosses und aufwendiges Fest, lässt das Komitee verlauten. Das Bändeli am Handgelenk gelte für die Festbesucher während der Betriebszeiten der Badenfahrt auch als Fahrausweis in allen Zonen der A-Welle, also für Bahn, Bus und Postauto, und zwar für die Hin- und die Rückreise sowie inklusive Nachtzuschlag.

Ab Ende November sind die Bändeli mit Vorzugspreisen im Verkauf erhältlich, so bei Info Baden, im Stadtbüro, badenmobil, bei den Regionalwerken sowie bei den Gemeindeverwaltungen von Ennetbaden, Neuenhof, Obersiggenthal und Wettingen, auch als Geschenkbox. Der offizielle Verkaufspreis beträgt dann 15 Franken für einen Tag, 45 Franken für 10 Tage, 100 Franken die Gönnerversion.