Bäder-Investoren suchen einen Top-Wirt

Wer das Restaurant im Badener Verenahof übernimmt, muss keine Gault-Millau-Punkte mitbringen – aber hohen Ansprüchen genügen.

Philipp Zimmermann
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So einladend soll der Elefantensaal im Verenahof nach der Renovation wieder aussehen.

So einladend soll der Elefantensaal im Verenahof nach der Renovation wieder aussehen.

Bild: AZ-Archiv (15.1.2002)

Gleich vier Restaurants aus dem Bezirk Baden sind vor kurzem von Gault Millau geadelt worden. Das Restaurant Fahr in Künten glänzt mit 16 Punkten – als einziges im ganzen Kanton Aargau. Mit Pfändler’s Gasthof zum Bären (Birmenstorf), dem Restaurant Bären (Mägenwil) und dem Wirtshaus zur Heimat (Ehrendingen) räumten gleich drei weitere Gastronomen 14 Punkte ab. Was dabei auffällt: Alle vier befinden sich ausserhalb von Baden. Die Restaurants in der Stadt gingen leer aus. Ist das für die Investoren im Bäderquartier nicht ein Nachteil? Schliesslich soll das Angebot der Wellness-Therme Fortyseven auch auswärtige Gäste aus dem Grossraum Zürich hierher locken, die sich gerne kulinarisch verwöhnen lassen.

«Wir müssen verschiedenen Ansprüchen gerecht werden»

«Ein gutes Gastronomieangebot in der Stadt Baden ist für uns sicher ein Vorteil», sagt Susan Diethelm, Leiterin Kommunikation der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden. Diese baut nicht nur das neue Thermalbad, sondern lässt auch das historische Bäderhotel Verenahof sanieren, um dort eine Rehabilitationsklinik samt öffentlichem Restaurant zu erstellen. «Zentral für uns ist, dass wir unser eigenes Angebot gezielt auf unsere Gäste ausrichten und dass wir den verschiedenen Ansprüchen unserer internen und externen Gäste gerecht werden.»

Das Konzept für das Restaurant im Verenahof sieht eine moderne und qualitativ hochwertige Gastronomie vor, in Küche, Service und Ausstattung. Wer das Verenahof-Restaurant als Wirt übernimmt, ist noch unklar. Das Bewerbungsverfahren läuft. «Es ist nicht zwingend, dass der Gastronom Gault-Millau-Punkte mitbringt», sagt Diethelm. «Aber dieser Gastroprofi soll schon Erfahrung im sogenannten Fine Dining und in gesunder Ernährung mitbringen. Wir brauchen einen gesunden Mix für unsere Gäste.»

Zum Gastronomieangebot des Restaurants wird auch der historische Elefantensaal im ersten Obergeschoss gehören. Dieser war schon früher ein beliebter Ort für Bankette und Events. Zurzeit wird der Saal aufwendig renoviert. «Er wird danach wieder wie früher aussehen», sagt Susan Diethelm. Zum Gastronomieangebot werden eine Lounge und eine Bar gehören, ebenso weitere Räume für Events oder Bankette. «Wir werden ein Angebot bieten, das über die übliche Gastronomie hinausgeht.»

Der gastronomische Aspekt ist auch für Nina Suma, die Leiterin der Wellness-Therme, nicht zu unterschätzen. «Auch wenn klar ist, dass der Besuch der Wellness-Therme das primäre Motiv darstellt, so ist es uns dennoch sehr wichtig, dass das kulinarische Angebot bei uns im Fortyseven zu einem umfassenden und gesamthaft positiven Erlebnis beiträgt», sagt sie.

Nina Suma geht davon aus, dass Gäste vor oder nach dem Besuch der Therme in der Stadt verweilen möchten. «Da ist es sicher richtig und wichtig, dass diese auch von der restlichen Infrastruktur und dem Angebot einen guten Eindruck erhalten», sagt Suma. «Auch wenn klar ist, dass gerade Zürich mit einem riesigen Angebot an Kulinarik aufwarten kann, so glaube ich dennoch, dass Baden auch auf diesem Gebiet durchaus überraschen kann und wird.»

Thermalbad-Restaurant bietet 121 Plätze

Nina Suma glaubt nicht, dass nur Gault Millau-Restaurants einen Gast auf kulinarischer Ebene positiv überraschen können. «Es gibt einige sehr gute Restaurants, welche ich persönlich auch selbst gerne besuche», unterstreicht sie. «Bislang habe ich für fast jeden Geschmack etwas gefunden, was mir persönlich gemundet hat. Sei dies eine gute italienische Küche oder für ein feines Stück Fleisch.»

Das Thermalbad-Restaurant wird total 121 Plätze bieten. 77 dieser Plätze sind für das Aussenbad-Restaurant mit angrenzender Café-Bar vorgesehen, 44 Plätze im Innenbad-Restaurant, das als eine Art Bad-Bistro den Thermengästen vorbehalten sein wird. Der Fokus im Angebot ist klar. «Unsere Thermen-Besucher als auch übrige Gäste dürfen eine gesunde, eher leichte, vitaminreiche, saisonale Küche erwarten», sagt Nina Suma.

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