Riesig prangt der Schriftzug «One Of A Million» über der Bühne des Royal. Wo früher Kinofilme liefen, hängen diese Tage Banner mit dem Logo des Festivals, das Baden in den letzten drei Jahren zum Musik-Geheimtipp der Schweiz gemacht hat.

Neun Tage lang verwandeln sich die Kulturlokale Stanzerei, Merkker und Royal in Zentren der wenig bekannten Musik.

Am Sonntagabend stand mit dem australischen Folk-Sänger Angus Stone der Headliner des kleinen Musikfestivals auf der Bühne im Royal. Stone zog das Publikum mit seiner sanften, leicht nasalen Stimme bereits vom ersten Lied an in seinen Bann.

Angus Stone am One of a Million Festival in Baden

Konzert ohne grosse Schwester

Vor ausverkauftem Haus spielte der 26-Jährige Stücke aus seinem zweiten Soloalbum «Broken Brights», mit dem er momentan durch Europa tourt.

«Durch das Schreiben der Lieder auf diesem Album habe ich Seiten an mir entdeckt, von denen ich nicht wusste, dass ich sie habe», so Stone vor dem Konzert. «Ich bin sehr stolz auf ‹Broken Brights› und könnte nicht glücklicher sein, damit zu touren.»

Den Australier kennt man sonst vor allem als Teil des Geschwister-Duos Angus & Julia Stone. Am Sonntag zeigte Stone, dass er durchaus auch ohne seine grosse Schwester erfolgreich sein kann.

Mit seinen melancholischen, ruhigen und  teilweise sogar psychedelisch anmutenden Stücken brachte er eine magische Stimmung ins Royal. Untermalt wurde sein Gitarren- und Banjospiel von einer Cellistin, drei Gitarristen und einem Drummer.

Fans aus Italien angereist

Das Konzert in Baden war der einzige Schweizer Halt des Australiers. Von umso weiter weg waren die Fans angereist, um den 26-Jährigen Australier spielen zu hören. «Wir haben gesehen, dass Angus nach Europa kommt», so ein Paar aus Italien. «Da haben wir uns sofort Tickets für dieses Konzert geholt.»

Stones Musik ist es wert, den weiten Weg zurückzulegen. Wer ein solch berührendes Stück zu Ehren seines verstorbenen Hundes schreiben kann, wie Stone mit «The Wolf and the Butler», dem kann man zweifelsohne nachreisen und den ganzen Abend lang zuhören.

Und obwohl der Abend geprägt war von der sanften Stimme und dem traurig-schönen Gitarrenspiel des Australiers, zeigte Stone mit dem letzten Stück «Smoking Gun», dass er auch ganz anders kann.

Gemeinsam mit seiner Band rockte er das Royal ein letztes Mal, bevor er Baden verliess und ans nächste Konzert nach München fuhr.

«Das Publikum war toll. Und die Location – einfach wunderbar. Ich wäre gerne länger geblieben», schwärmte Stone nach dem Konzert.