«Die SBB haben es in der Hand, ihren Fehlentscheid in letzter Minute zu korrigieren», so Peter Schwaller in einem letzten Appell an die Adresse der SBB. Schwaller wie Bea Grünig, welche die Petition für den Bahnhof lanciert hat, lassen nicht locker. Angesichts der vorgerückten Zeit wehren sie sich nochmals heftig gegen die geplanten Umnutzung.

Inwendige Veränderung befürchtet

Es sei bedenklich, dass höchste Instanzen der SBB und die Baubewilligungsbehörde Baden nicht selber merken, dass mit einem Denkmal von nationaler Bedeutung bezüglich Gestaltung und Nutzung sorgfältig umgegangen werden müsse, so Schwallers dezidierte Meinung. Die Petitionäre hätten durchaus Vorschläge für andere Nutzungen.

Seitens der SBB bestreitet man die Vorwürfe und erklärt, dass den denkmalschützerischen Aspekten genügend Rechnung getragen würden, indem die Denkmalpflege die geplanten Arbeiten begleiten würde.

Ausserdem ist man überzeugt, dass die geplanten kommerziellen Nutzungen durchaus dem Bedürfnis der Bevölkerung entsprechen und den Bahnhof aufwerten würden. Das gelte insbesondere für die zurzeit brachliegenden oder schlecht genutzten Räume.

Auch das Vertrauen in den beauftragten Architekten Stefan Wetzel fehlt den Petitionären. Für das Wissen im Umgang mit historischer Bausubstanz fehle bei ihm der Ausbildungsnachweis. Bea Grünig wird dabei deutlich und nimmt den Limmathof als Wetzels Referenz-Objekt: «Die Innengestaltung lässt sehr zu wünschen übrig, man spürt gar nicht mehr, dass man sich in einem älteren Gebäude aufhält, die Geschichte, der Charme, die Sprache des alten Gebäudes ist kaputtrenoviert.»

Für sie ist darum klar: «Wenn die SBB das alles beim Bahnhof Baden zulassen, was sie dort vorhat, ist der Bahnhof unwiederbringlich zerstört und kann nie mehr mit Rückbauten gutgemacht werden.

Profitdenken wird kritisiert

Ins Wortgefecht bringt SBB-Sprecher Roman Marti das Zitat von Ivo Zemp, Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege, Bundesamt für Kultur ein, wonach dieser gesagt habe, dass man an den Läden im Gebäude nichts zu beanstanden habe und verstehe, dass die SBB einen genutzten und damit belebten Bahnhof wollen.

Laut den Petitionären bleibt der ungute Nachgeschmack, dass das Profitdenken der SBB über allem steht. «Deshalb wurden auch keine alternativen Nutzungen, die dem historischen Gebäude Rechnung tragen, geprüft», so Schwaller.