Baden

Bahnhof-Migros. Kunden kaufen bald mit Handscanner ein

Bisher nur an der Self-Checkout-Kasse, bald mit Handscanner ausgerüstet: Die Migros am Badener Bahnhof.

Bisher nur an der Self-Checkout-Kasse, bald mit Handscanner ausgerüstet: Die Migros am Badener Bahnhof.

Der Coop im Bahnhof Baden hat zwar aufgerüstet, doch beim Self-Checkout macht die Migros schon bald wieder das Rennen. Dort können die Kunden bald mit Handscanner einkaufen.

Knapp drei Wochen ist es her, dass der Coop im Bahnhof Baden seine Wiedereröffnung feierte. Während dreier Monate wurde die Filiale komplett umgestaltet, vergrössert und mit Self-Checkout-Kassen aufgerüstet.

Und die Migros am anderen Ende des Bahnhofs? Sie dürfte so manchem Kunden plötzlich etwas altbacken vorkommen, wurde sie doch 2002 letztmals rundum aufgefrischt. Zwar sind bis 2018 keine grösseren Veränderungen am Interieur geplant; auch die Öffnungszeiten sollen nicht denen von Coop angepasst werden. Doch so, wie die Migros schon bei den Self-Checkout-Stationen deutliche schneller war als Coop, wird sie auch bei der Einführung der Handscanner das Rennen machen.

Am 19. November ist es so weit. Zusätzlich zu den Self-Checkout-Kassen, die bereits in Betrieb sind, wird es vier Stationen geben, die mit dem System der Handscanner gekoppelt sind. Das «Subito»-System ist dann komplett und Kunden können die Schoggi, den Milchdrink oder das Toastbrot schon im Geschäft scannen und einpacken.

Bei der Checkout-Station braucht man nur noch das Gerät abzugeben und den Betrag zu zahlen. Der Handscanner kann allerdings nur von Kunden mit einer Cumuluskarte benutzt werden. «Dank der Cumuluskarte besteht für uns eine Kontrollfunktion, um Missbrauch zu verhindern», sagt Migros-Sprecher Reto Wüthrich. Auch das Bezahlen funktioniert nur mit Kredit- oder Debitkarte. Dagegen können Coop-Kinder beim Self-Checkout neben der Bankkarte auch mit Bargeld bezahlen. Der Handscanner bleibt ihnen jedoch verwehrt – zumindest bis auf weiteres. «Im Bahnhof kaufen vor allem Pendler ein, die nur das kaufen, was sie gerade brauchen», sagt Mediensprecher Ramón Gander. Bei diesen kleineren Einkäufen würden die Kunden lieber an der normalen Kasse oder an der Self-Checkout-Kasse bezahlen.

Die Migros teilt diese Erfahrung nicht. «Unsere Supermarkt-Filialen im Bahnhof Bern zeigen, dass auch Pendlerinnen und Pendler oft und gerne auf den Handscanner zurückgreifen», sagt Wüthrich. «Die Handscanner kommen nicht zuletzt bei unseren älteren Kunden besser an, als erwartet», sagt er. Die Kunden würden es schätzen, wenn sie ihre Einkäufe schon im Laden einpacken können. «Bereits heute laufen 30 bis 40 Prozent des Umsatzes über ‹Subito›», sagt Wüthrich.

Bei Verdacht Kontrolle

Was Diebstahl betrifft, so haben beide Grossverteiler gute Erfahrungen gemacht. «Unser Inventar zeigt, dass beim Self-Checkout nicht mehr gestohlen wird, als in Filialen, die ausschliesslich bediente Kassen haben», sagt Gander. Auch bei der Migros haben die Diebstähle nicht zugenommen.

Trotzdem will man auf Nummer sicher gehen. Bei den Self-Checkout-Stationen steht immer geschultes Personal. Schöpfen diese Mitarbeiter Verdacht, kontrollieren sie die betroffene Person. «Hat die Person ein Produkt tatsächlich nicht gescannt, so unterscheiden wir zwischen Versehen und Diebstahl», erklärt Gander. Doch die Kriterien für Diebstahl wolle man nicht offen kommunizieren. «Schliesslich wollen wir keinem verraten, wie er die Milch klauen kann», sagt Gander. Das Personal, das die Self-Checkout-Stationen beaufsichtigt, ist jedoch nicht nur da, um einen möglichen Dieb zu stellen: Wer bei Coop alkoholische Getränke kauft, kommt an einer Kontrolle nicht vorbei. «Bitte wenden Sie sich an das Personal», heisst es dann auf dem Bildschirm. Die Bezahlstation muss von einem Mitarbeiter zuerst freigeschaltet werden. So wird die Alterskontrolle gewährleistet.

Stichproben nach Zufall

Bei der Migros heisst es: «Wird eine Person beim Diebstahl von Produkten mit einer hohen Deliktsumme erwischt, stellen wir Strafantrag.» Dann ermittelt die Polizei und die Person kann «Subito» nicht mehr verwenden. Werden häufig einzelne Produkte nicht gescannt, liege der Schluss nahe, dass die Person mit dem ‹Subito›-System Mühe habe. «Auch in diesem Fall kann es sein, dass ‹Subito› gesperrt wird», sagt Wüthrich. Anders als an der Self-Checkout-Kasse gibt es beim Handscanner Stichproben nach dem Zufallsprinzip. In diesem Fall fordert das Gerät den Kunden am Ende seines Einkaufs auf, sich beim Personal zu melden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1