Baden
Bald schneller und staufrei über den Knoten bei der Hochbrücke auf die Autobahn

Am Brückenkopf Ost wird der Verkehr auf der Achse Landvogteischloss–Autobahn doppelspurig gemanagt. Der Kanton hat seine Lösung präsentiert, die den Knoten ennet der Hochbrücke etwas leistungsfähiger machen soll.

Roman Huber
Merken
Drucken
Teilen
Doppelspur (rot) von Ennetbaden Richtung Autobahnanschluss Neuenhof entlastet in der Morgenspitze. zvg

Doppelspur (rot) von Ennetbaden Richtung Autobahnanschluss Neuenhof entlastet in der Morgenspitze. zvg

Darin sind sich Verkehrsfachleute einig: Bei der Sanierung der Hochbrücke hatte man es vor 25 Jahren verpasst, den Verkehr vom Landvogteischloss Richtung Autobahn unter dem Brückenkopf Ost hindurch abzuführen. Auch im Rahmen des Verkehrsmanagements war diese kreuzungsfreie Variante nochmals ein Thema, wurde aber aus Kostengründen fallen gelassen. Jetzt präsentiert der Kanton seine Minimallösung, die immerhin den Knoten ennet der Hochbrücke etwas leistungsfähiger machen wird. Das Bauprojekt liegt bis zum 25. Juni bei der Abteilung Planung und Bau öffentlich auf.

Neues Verkehrsregime tagsüber

Geplant ist ein neues Verkehrsregime werktags von 6 bis 20 Uhr. Während dieser Zeit wird der Kreuzungsverkehr vom Landvogteischloss her über den Knoten in Richtung Seminarstrasse beziehungsweise Autobahnanschluss Baden West zweispurig geführt. Der Linksabbieger in Richtung Wettinger Landstrasse wird aufgehoben, sodass auch in der entgegengesetzten – Seminarstrasse in Richtung Ennetbaden – die Phasen verlängert werden können.

«Aufgrund der Erhebungen gehen wir davon aus, dass in der Morgenspitze die Leistungsfähigkeit des Knotens rechnerisch um 230 Fahrzeuge pro Stunde erhöht werden kann, in der Abendspitze um 180 Fahrzeuge», erklärt Kurt Grauwiler, Leiter Sektion Verkehrstechnik im Departement Bau, Verkehr und Umwelt.

Mehr Komfort für Langsamverkehr

Die Baumassnahmen sind relativ gering: Ein wesentlicher Eingriff geschieht auf der Seminarstrasse, wo bis Höhe Einfahrt zum Kantonsschulareal die Strasse um eine Spur verbreitert wird. Der Verkehr Richtung Neuenhof wird am Ende der Doppelspur vor der Bushaltestelle wieder verschränkt auf eine Spur geleitet.

Der Abschnitt auf der Seminarstrasse erhält gegenüber heute in Richtung Ennetbaden auf der Geradeaus- und Linksabbiegerspur beidseits einen 1,5 Meter breiten Radstreifen. Zudem wird der Bypass für die Velofahrer von der Hochbrücke in Richtung Seminarstrasse mit einer Insel gesichert. Die Fussgängerquerungen beim Brückenkopf sowie bei der Bushaltestelle vor der Kantonsschule erhalten Inseln und werden damit ebenfalls sicherer.

Der Projektauflage seien mehrere Informationsanlässe vorausgegangen, sagt Michael Wägli, Projektleiter beim Kanton. Die Anwohner der Schartenstrasse habe man davon überzeugen müssen, dass sie nebst dem Nacht- und Wochenend-Fahrverbot auch tagsüber in den Spitzenstunden entlastet würden. «Ziel ist es, den Transitverkehr, direkt dem Autobahnanschluss zuzuführen, was Wettingen entlaste», führt Wägli weiter aus. «Der Transitverkehr beträgt laut Erhebungen 15 Prozent, der Rest ist Ziel- und Quellverkehr», so Wägli.

Verkehrsmanagement umsetzen

Die neue Lösung am Brückenkopf wird durch weitere Massnahmen des Verkehrsmanagements unterstützt:. lichtsignalgesteuerter Kreisel Landvogteischloss mit Pförtnerung und Busbevorzugung auf der Ehrendingerstrasse, Lichtsignalsteuerung am Knoten Schartenstrasse/Wettingerstrasse; in Wettingen Dosierung mit erweiterter Busspur Geisswies, Dosierung Tägerhardstrasse, Anpassungen Lichtsignalanlagen Kloster und Furttal-Kreuzung. Beim Kanton ist man überzeugt, dass sich trotz Linksabbiegeverbot der Gesamtverkehr auf der Scharten-, Land- und Zentralstrasse und die Staus verringern.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,8 Mio. Franken, davon allein 1,9 Mio. Franken für die Verbreiterung und den neuen Damm an der Seminarstrasse. Wägli und Grauwiler hoffen auf eine baldige Baubewilligung, denn im Februar 2015 sollen die Bauarbeiten starten. Bis Juni sind sie abgeschlossen, wobei der neue Deckbelag erst im Juli bei Vollsperrung folgen wird.