Oberrohrdorf
Bankräuber von Oberrohrdorf: Er stammt aus der Region

Die Kantonspolizei konnte am Dienstag den Bankräuber in Niederrohrdorf fassen. Noch will er aber nichts mit den beiden Banküberfällen zu tun haben und streitet alles ab. Die az weiss: Der Mann ist kein Kriminaltourist und stammt aus der Region.

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Pech gehabt: Der Räuber hatte bei seinem Überfall auf die Raiffeisenbank wohl nur mit einer Überwachungskamera - derjenigen im Hintergrund - gerechnet.

Pech gehabt: Der Räuber hatte bei seinem Überfall auf die Raiffeisenbank wohl nur mit einer Überwachungskamera - derjenigen im Hintergrund - gerechnet.

Kapo AG

Am Dienstagabend steht ein Mann im Zentrum in Niederrohrdorf auffällig herum. Er kundschaftet die Umgebung aus, schaut in Autos, beobachtet die Leute. Plant hier etwa ein Mann einen Überfall oder will er in den nächsten Minuten gar einen verüben?

Einem Passanten aus der Region fällt das seltsame Verhalten des Mannes auf. Er erinnert sich an den nach wie vor gesuchten Bankräuber von Oberrohrdorf und kontaktiert deshalb sofort die Kantonspolizei.

Wenige Minuten später ist eine Patrouille vor Ort und durchsucht den Mann – mit Erfolg: In seinem Auto finden die Polizeibeamten unter anderem eine täuschend echt aussehende Plastikpistole. Der Mann lässt sich ohne Widerstand festnehmen.

Obwohl der Täter den Überwachungsbildern der überfallenen Banken sehr ähnlich sieht, hat er kein Geständnis abgelegt und will mit den Überfällen vorerst nichts zu tun haben. Die Ermittler sind sich aber sicher, dass es sich um den Gesuchten handelt. «Wir sind auf der richtigen Spur», bestätigt Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei.

Zwei Überfälle innert zwei Wochen

Am 20. Dezember 2011 überfiel der Mann mit einem Schal vermummt und bewaffnet die Raiffeisenbank an der Ringstrasse. Die geschockten Angestellten händigten dem Dieb mehrere tausend Franken aus. Mit dieser Beute flüchtete der Mann sogleich und blieb trotz umgehender Grossfahndung der Polizei verschwunden.

Nur zwei Wochen später, am 5. Januar, versuchte es der gleiche Mann erneut: Noch vor Schalteröffnung um 7.30 Uhr wollten zwei Mitarbeiterinnen der Hypothekarbank durch den Hintereingang das Gebäude betreten. Doch plötzlich tauchte aus der Dunkelheit ein Mann auf und bedrohte die beiden Frauen. Als der Räuber ihnen ins Treppenhaus folgte, wurde der Alarm ausgelöst, worauf er seine Tat abbrach und ohne Beute flüchtete. Wiederum fehlte der Polizei aber jede Spur.

Kein Kriminaltourist

Nun ging der Mann der Polizei ins Netz. Dies nicht zuletzt dank intensiven Ermittlungen. So besassen die Beamten bereits vor der Verhaftung gute Hinweise zum Tatverdächtigen, bevor man ihn am Dienstag verhaften konnte.

Die az weiss: Der Räuber ist in der Region wohnhaft und damit kein Kriminaltourist. Die Kantonspolizei sowie die Staatsanwaltschaft wollen jedoch zur Identität des Mannes keine Auskunft geben.

Bei beiden Überfällen konnten die Bankangestellten den Täter aber jeweils gut beschreiben: Das Alter des Räubers wurde auf über 50 Jahre geschätzt, er wurde als Osteuropäer beschrieben und soll gebrochen Deutsch gesprochen haben. Ausserdem trug er bei beiden Überfällen eine auffällige blaue Windjacke.

Die Bankangestellten in der Region dürften aufatmen: Der Räuber sitzt nun in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Haftstrafe von maximal zehn Jahren. (sha)