Ehrendingen
Bauer dankt für Solidarität nach Hagelsturm: «Es ist sehr berührend»

Das heftige Gewitter Ende Mai zerstörte grosse Teile der Ernte von Erich Frei in Ehrendingen – daraufhin erlebte der Landwirt eine riesige Solidaritätswelle.

Stefanie Garcia Lainez
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Bilder von den Schäden nach dem Hagelsturm
25 Bilder
Die Erdbeeren sehen aus, als wären sie von Schnecken angefressen worden.
Die Erdbeeren waren nicht mehr zu retten.
Nach den Frostschäden im vergangenen Jahr ist dies ein weiterer Rückschlag nicht nur für Bauer Erich Frei, sondern für auch die anderen betroffenen Bauern der Region.
Der Hagelsturm hat gravierende Spuren im Bezirk Baden hinterlassen.
Ein paar wenige pflücken noch die letzten Erdbeeren, bevor sie verfaulen. Dabei müssen sie teilweise knöcheltief durch den Schlamm waten.
Diese Erdbeeren müssen noch am selben Tag gegessen oder verarbeitet werden.
Denn durch die Hagelschäden faulen sie schneller.
Die Feuerwehr musste am Mittwochabend die Strasse neben dem Erdbeerfeld von Erich Frei zwischen Ehrendingen und Freienwil zeitweise sperren.
Von weitem deutet kaum etwas auf die Zerstörung hin auf dem Erdbeerfeld von Frei.
Das Hagelnetz auf der Apfel-, Zwetschgen- und Kirschplantage von Frei hat seine Pflicht erfüllt.
Auch wenn der Hagel das Netz an einigen Stellen bis auf den Boden drückte.
Das Netz hat den Hagel grösstenteils abgefangen.
Langsam schmelzen die Hagelkörner...
... und das Wasser tropft auf den Boden.
Wo Bauer Erich Frei kein Netz über die Bäume gespannt hat, hat der Hagel grosse Schäden angerichtet, wie hier bei diesen Bäumen.
Unter diesen Bäumen, geschützt durch das Hagelnetz, sieht es ganz anders aus.
Ein paar Hagelkörner gelangten durch das Netz...
... und beschädigten die Zwetschgen.
Auch diese Kirschen konnte das Netz nicht schützen.
Auch der Raps wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Den Mais hat es auch stark getroffen. In ein paar Tagen wird sich zeigen, ob er dennoch gedeiht oder ob die Ernte zerstört ist.
Dasselbe gilt für die Zuckerrüben.
Auch sie könnten noch wachsen, trotz Schäden.

Bilder von den Schäden nach dem Hagelsturm

AZ-Archiv/Stefanie Garcia

Innerhalb einer halben Stunde zerstörte der Hagelsturm am 30. Mai das Erdbeerfeld von Bauer Erich Frei in Ehrendingen. «Es war der stärkste Hagelschlag, den ich je erlebt habe, auch mein 87-jähriger Vater hat ein Unwetter dieser Kraft noch nie erlebt», sagt Frei. Dass es im Flachland so stark hageln könnte, hätte er nie für möglich gehalten.

Als sich der Sturm verzogen hatte, die Enttäuschung über den Ernteverlust aber noch immer in den Knochen steckte, erreichte die Freis eine Solidaritätswelle, die sie noch heute berührt. «Es haben sich Dutzende Leute bei uns gemeldet, wir haben Mails und Telefonanrufe erhalten, Briefe und Besuche, und dies teils von Menschen, die selber auch vom Unwetter betroffen waren. Dass sie in diesen schwierigen Momenten an uns dachten und fragten, ob uns geholfen werden könne, war sehr berührend. Dies in Zeiten zu erleben, in denen Individualismus und Anonymität vorherrschen, ist ein schönes Erlebnis.»

Den finanziellen Schaden durch den Ausfall der Erdbeeren will er nicht beziffern.» Tatsache ist, dass in den vergangenen Jahren diverse Bauern in der Region wegen Kälte, Frost und Hagel namhafte Verluste erlitten. Wir haben das Glück, dass wir nicht nur auf Erdbeeren setzen, sondern noch Ackerbau betreiben und anderes Obst verkaufen.»

Beispielsweise werde die Kirschenernte dieses Jahr üppig ausfallen. Erich Frei denkt seinerseits an die Privathaushalte, die unter vollgelaufenen Kellern litten: «Es gibt mit Gewissheit Menschen hier im Dorf und in der Umgebung, die mindestens so stark unter den Folgen des Hagelsturms litten wie wir. Motivierend wirkt, dass wir als Gemeinschaft zusammenhalten und füreinander da sind.»

Wie die Gemeinde Ehrendingen diese Woche mitteilte, ist der Werkdienst noch immer damit beschäftigt, die Schäden an Strassen und Wegen sowie auf dem Friedhof zu beseitigen. Inzwischen liegen auch die Zahlen des Feuerwehreinsatzes vom 30. Mai vor. 80 Feuerwehrleute standen im Einsatz.

Dabei durften sie auf die Unterstützung der Feuerwehr Surbtal und der Feuerwehr Obersiggenthal sowie des Regionalen Führungsorgans Baden und des Zivilschutzes Baden zählen. Ebenfalls rückten Mitarbeiter der Bauverwaltung und des Werkdienstes während der Nacht aus, um tatkräftig mitzuhelfen.