Familie Hess aus Kirchdorf hat das Bauern aufgegeben. «Anfang 2012 haben wir den Betrieb unserer Tochter und dem Schwiegersohn, die selber einen Bauernhof in Endingen führen, übergeben. Es war eine notwendige Handlung, da wir nicht mehr in der finanziellen Lage gewesen wären, unseren Bauernhof weiter zu betreiben», sagt Hansruedi Hess.

Diese Begründung lässt sich erklären: Dieses Jahr wurde Hansruedi Hess 65 Jahre alt. Für einen Bauern bedeutet es, dass die Direktzahlungen automatisch eingestellt werden und er die AHV beziehen muss. «Da wir ein eher kleinerer Betrieb waren, mussten wir unser Einkommen stets mit zusätzlichen Nebenjobs aufstocken. Doch nun, da ich die AHV beziehe und die Direktzahlungen ausbleiben, können wir es uns nicht mehr leisten, zu bauern», sagt Hess.

Bis 2011 betrieb er seinen Hof selbst. Zum Hof gehören 17 Hektaren Ackerland (davon sind 8 Hektaren gepachtet) sowie ein Stall mit 19 Milchkühen. Seit der Zusammenschliessung der beiden Höfe steht jedoch der Stall so gut wie leer. «Momentan haben wir neun Rinder, zwei Esel und ein paar Truthähne bei uns», sagt Margrit Hess. Alles Tiere, die zum Hof des Schwiegersohns gehören und nur vorübergehend auf dem Tromsberg stationiert sind.

«Bauer zu sein, beinhaltet Risiken»

Problematisch sei, dass die Gebäude alt sind. Hansruedi Hess sagt, er wisse nicht genau, wann die älteren Gebäude gebaut wurden. Zwar stehe beim Scheuneneingang «1838», doch er glaubt, dass Teile der Gebäude viel älter sind. «Ein Bauer investiert sein Leben lang in den eigenen Hof, um die Ertragsfähigkeit zu verbessern. Als Bauer hofft man, dass der Hof bei der Abgabe etwas fürs Alter hergibt, doch diese Rechnung geht nicht immer auf - Bauer zu sein trägt halt eben ein gewisses Risiko mit sich.»

Der Hof bleibt weiter bestehen

Trotz allem ist das Ehepaar Hess mit seiner jetzigen Situation zufrieden. «Wären unsere Tochter und ihr Mann nicht selbst Bauern, hätten wir das Land verpachten müssen. Der Unterhalt der Gebäude wäre für uns längerfristig kaum tragbar gewesen. Dann hätten wir wohl früher oder später den Hof verlassen müssen», sagt Margrit Hess. «Wir sehen das Ganze als einen guten Entscheid. Wir hätten unseren Hof nicht länger halten können und so hat unsere Tochter immerhin die Möglichkeit, das Land und den Hof zusammen mit ihrem Betrieb innovativ und zukunftsgerichtet weiter zu nutzen», blickt Margrit Hess voraus.