Wettingen
Bauernhof und Weltfrieden – eine Wunschbox zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit

In der Wunschbox, die im Rahmen der Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» umgesetzt wurde, sind erst wenige Anliegen gelandet. Nun werden weitere Massnahmen für Kinder und Jugendliche ins Auge gefasst.

Carla Stampfli
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Im Dezember 2017 überreichte Elsbeth Müller (r.), Geschäftsleiterin Unicef Schweiz, der damaligen Gemeinderätin Antoinette Eckert und Gemeindeammann Roland Kuster die Auszeichnung für Wettingen als «Kinderfreundliche Gemeinde».

Im Dezember 2017 überreichte Elsbeth Müller (r.), Geschäftsleiterin Unicef Schweiz, der damaligen Gemeinderätin Antoinette Eckert und Gemeindeammann Roland Kuster die Auszeichnung für Wettingen als «Kinderfreundliche Gemeinde».

Barbara Scherer

Seit Dezember kann sich Wettingen offiziell «Kinderfreundliche Gemeinde» nennen: Ihr wurde das entsprechende Label des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef verliehen.

In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde einen Aktionsplan mit Massnahmen zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit formuliert. Eine davon wurde bereits umgesetzt: die Wunschbox.

In die Urne, die beim Eingang des Rathauses steht, können Kinder und Jugendliche einen Zettel mit ihren Anliegen und Ideen einwerfen. Diese werden von Zeit zu Zeit vom Gemeinderat und der Verwaltung bearbeitet. Wie kommt die Wunschbox bei den Jungen an?

«Die Rückmeldungen halten sich derzeit noch in Grenzen», sagt Philippe Rey Ressortvorsteher Kultur, Sport und Gesellschaft. «Zwar sind einige Zeichnungen und Wünsche in die Box gelegt worden, jedoch sind sie kaum realisierbar.»

Beispielsweise wünsche sich jemand einen Bauernhof, ein anderer möchte gerne ein Traumschloss. Zudem hätte eine Klasse aus der Unterstufe gerne den Weltfrieden. «Wir überlegen uns, ob das Rathaus tatsächlich der richtige Standort für die Wunschbox ist», sagt Rey.

Am Eingang bei einem Schulhaus etwa wäre die Box näher bei den Kindern und Jugendlichen. «Dort würde sie wohl auch reger genutzt», sagt Rey. Er werde in nächster Zeit die nötigen Gespräche in die Wege leiten.

Neben der Wunschbox prüft der Gemeinderat auch die anderen Massnahmen. «Wir sind derzeit daran, die Kosten der verschiedenen Ideen zu berechnen.» Rey könnte sich gut vorstellen, dass bereits im Oktober eine weitere Massnahme umgesetzt wird: der «Open Sunday».

Dabei soll eine Turnhalle vom Herbst bis Frühling jeweils sonntags den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen. «Die Idee dahinter ist, dass sie sich in der Halle zu Musik treffen, sportlich betätigen und austoben können.» Parallel soll auch eine Sportnacht organisiert werden, die auf dem selben Prinzip beruht.

«Nachdem im letzten Jahr bereits eine kleine Halfpipe gebaut wurde, prüfen wir zum Beispiel auch, wie wir die Jugendarbeit Wettingen beim Bau einer Skateranlage unterstützen können», sagt Rey.

Auch Kindersprechstunde geplant

Die Massnahmen formulierte die Gemeinde auf Basis verschiedener Aussagen von Kindern und Jugendlichen, die an mehreren Kindermitwirkungstagen gemacht wurden. Dabei konnten die Jungen ihre Ideen, Wünsche und Visionen für ihr Lebensumfeld, ihr Quartier oder ihre Schule anbringen. Auch wurden sie zu ihren Bedürfnissen und nach ihren Meinungen befragt.

Zu den Massnahmen gehören neben Wunschbox, Skaterpark und Sportnacht beispielsweise auch eine Sprechstunde für Kinder und Jugendliche, eine mobile Kinderanimation, die einmal wöchentlich offen ist und Quartiere anfährt, sowie eine Kampagne gegen Mobbing, die mit Primarschülerinnen und -schülern erarbeitet werden soll.

«Aufgrund der Kosten werden wir die verschiedenen Projekte aber etappenweise realisieren», sagt Rey. Dies soll innerhalb der nächsten zwei Jahre geschehen. Denn: Das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» gilt für vier Jahre.

2020 muss die Gemeinde einen Zwischenbericht zum Stand der Umsetzung des Aktionsplans verfassen. Danach entscheidet Unicef, ob die Auszeichnung verlängert und Wettingen erneut als «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet wird. «Obwohl die finanzielle Lage der Gemeinde angespannt ist, möchten wir in Zukunft auch weiterhin als kinderfreundlich gelten», sagt Rey.