Baden
Baugesuch beim Bäderquartier verzögert sich schon wieder

Die Baueingabe der Bäder-Projekte verzögert sich noch einmal. Botta-Bad und Wohn-/Geschäftshaus wären baureif. Doch in seiner Antwort auf die Voranfrage für das «Verenahof»-Geviert konfrontieren Stadt und Kanton den Bauherr mit neuen Auflagen.

Roman Huber
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Visualisierung Bäderquartier Baden
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Zur Verfügung gestellt

Die Verenahof AG muss mit der Baueingabe des gesamten Paketes ihrer Projekte zuwarten. Damit muss sich auch die Credit Suisse Funds AG als Investorin gedulden. Die Pläne des Architekturbüros von Mario Botta für das neue Thermalbad und das Wohn-/Geschäftshaus sind fertig und wären bereit für die Baueingabe. Mit dem rechtsgültigen Gestaltungsplan wäre der weitere Weg geebnet. Doch bei der Projektierung auf dem Verenahof-Geviert (Baufeld 3 mit den Hotelbauten Bären, Ochsen und Verenahof) ist plötzlich Sand im Getriebe. Mehrere Fragen sind dort bei den geplanten Eingriffen aufgetaucht. Der Verwaltungsratspräsident der Verenahof AG, Benno Zehnder zeigt sich überrascht.

Neue Auflagen nach Voranfrage

Hatten sich Stadt und Kanton bislang geschlossen hinter die Pläne im Bäderquartier gestellt, so klaffen die Vorstellungen zwischen Bauherrschaft und Baubehörde plötzlich weit auseinander. So interpretiert Zehnder die Situation aufgrund des Berichts auf die Voranfrage für das «Verenahof»-Geviert. «Vieles, was mündlich diskutiert worden ist, wird nun plötzlich über den Haufen geworfen», sagt Zehnder.

Die Verenahof AG hatte ihre Projekte schon im Jahre 2009 mit Stadt und Kanton (Denkmalpflege) vorbesprochen. Als Grundlage für die Planung auf dem Verenahof-Geviert diente das frühere Wettbewerbsprojekt des Architekturbüros Burkard Meyer. Dort wurden die Auflagen für den «Verenahof» (Erhalt der Fassade, der beiden Lichthöfe und des grossen Saals) umgesetzt, ebenso der Erhalt des «Ochsens» (bis und mit erstes Geschoss) sowie des «Bärens» (Abbruch möglich). In der weiteren Projektierung stützten sich Bauherr und Architekt auf das Projekt von Burkard Meyer ab. «Dieses wurde ja vonseiten der Behörden als realisierbar bezeichnet», fügt Zehnder an.

Aus seiner Sicht seien die Rahmenbedingungen nun verschärft worden, kritisiert Zehnder. «Wir waren uns vor vier Jahren darüber einig, was zu erhalten ist, was umgebaut oder abgebrochen werden kann», sagt Zehnder. «Der Stadtrat hat eine streng juristische und formelle Beschlussfassung vorgenommen», sagt Zehnder, der seit über sieben Jahren die Planung im Bäderquartier voranzutreiben versucht.

Unterschiedliche Auslegungen

Er sei bei der Projektierung davon ausgegangen, dass der «Verenahof» ausgekernt werden könne. Dem Schutz der Fassade, des Saals und der beiden Lichthöfe wäre man dabei nachgekommen, argumentiert Zehnder. Wie weit nebst der Säulen auch die Wände erhalten werden könnten, müsste laut Zehnder nicht zuletzt die vorgesehene Nutzung aufzeigen. Der Bericht der Voranfrage sieht nun bei den Lichthöfen keinen Spielraum mehr. Zehnder schliesst nicht aus, dass unter diesen neuen Auflagen die Reha-Clinic im «Verenahof» möglicherweise nicht mehr realisiert werden könne. «Mit der vorhandenen Kleinräumigkeit könnte weder ein Hotel noch eine Reha-Clinic realisiert werden», sagt Zehnder, der sich darum veränderten Spielregeln gegenüber sieht.

«Es sind dieselben Spielregeln wie zuvor», sagt Markus Schneider, Stadtrat. Laut dem Bauvorsteher sei auch nichts verschärft worden. Der Grund für die unterschiedlichen Positionen lägen darin, dass sich Stadt und Kanton erst mit der Voranfrage konkret zu Plänen hätten äussern können. «Wir stützen uns nur auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen», sagt Schneider. Wenn bei einem Bauvorhaben die Wahrnehmungen unterschiedlich seien, läge das in der Natur der Sache bei einem Bauvorhaben

«Wir sind nicht die Verhinderer»

Laut Schneider haben Stadt und Bauherrschaft zurzeit zwei verschiedene Positionen. «Jetzt müssen wir uns in einer guten Diskussion annähern, damit wir zu einem sinnvollen Resultat gelangen», fügt Schneider an. «Ich bin überzeugt, dass dabei ein gutes Projekt ermöglicht wird.» Und der Bauvorsteher fügt an: «Wir sind keine Verhinderer. Im Gegenteil. Wir wollen die Entwicklung im Bäderquartier ermöglichen.»

Beim Kanton tönt die Antwort ähnlich. «An den Bedingungen hat sich nichts geändert», erklärt Irene Richner, Sprecherin des Departements Bildung Kultur und Sport und damit der Denkmalpflege. Dem Kanton hätten mit der Bauanfrage in diesem Frühjahr erst genügend konkrete Pläne vorgelegen, sagt Richner und fügt an: «Wir können für das Verenahof-Projekt grünes Licht geben, ausgenommen für die Pläne der beiden Lichthöfe.» In diesem Punkt müssten noch Gespräche stattfinden.