Mellingen

Baugesuch für Asylunterkunft auf Gheid-Areal liegt vor: «Erfüllen unsere Pflicht, das ist uns wichtig»

40 statt 70 Asylsuchende sollen in einer neuen Unterkunft im Industriegebiet Gheid einquartiert werden.

40 statt 70 Asylsuchende sollen in einer neuen Unterkunft im Industriegebiet Gheid einquartiert werden.

40 Asylsuchende sollen auf dem Gheid-Areal untergebracht werden. Ursprünglich hatte der Kanton eine Unterkunft mit bis zu 70 Plätzen vorgesehen.

Ab Montag liegt das Baugesuch für die Nutzung des bestehenden Werkhofs an der Gheidstrasse 17 für eine Kantonale Asylunterkunft auf. Das teilt die Gemeinde Mellingen mit. Nach Abschluss des Baubewilligungsverfahrens sollen in der Liegenschaft maximal 40 Asylsuchende untergebracht werden.

Ursprünglich wollte der Kantonale Sozialdienst des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) bis zu 70 Asylsuchende auf dem Gheid-Areal einquartieren. «Im Einvernehmen mit dem Kanton haben wir die Zahl aber auf 40 reduzieren können, was ganz in unserem Sinne ist», sagt Bauverwalter Emanuele Soldati. Dies entspreche auch der Anzahl Wohnplätze, die der Gemeinderat in den 1960er- und 70er-Jahren für die dazumal auf dem Gheid-Areal arbeitenden und lebenden Fremdarbeiter bewilligte.

Noch am selben Tag eingezogen

Dass der Kantonale Sozialdienst und die Eigentümerin Bischof + Neuhaus ein Baugesuch für die Umnutzung einreichen, war eine Forderung der Gemeinde Mellingen.

Zur Erinnerung: Im Oktober 2016 hatte der Kanton sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Statt mit Gemeindeammann Bruno Gretener über eine mögliche Unterbringung von Asylsuchenden auf dem Gheid-Areal zu diskutieren, wurde ihm eröffnet, dass noch am selben Tag acht Asylsuchende in die beiden Liegenschaften einziehen würden. «Wir sind sehr überrascht und ja, auch sehr verärgert», sagte Gretener damals zur AZ.

Man störe sich nicht in erste Linie daran, dass in Mellingen eine kantonale Asylunterkunft eröffnet werde. Vielmehr, dass man der Gemeinde und den Anwohnern keine Möglichkeit gebe, im Rahmen eines Baugesuchverfahrens zum Vorhaben Stellung zu nehmen.

Weshalb sich die Ereignisse überschlugen, erklärte Daniela Diener vom DGS wie folgt: Wenn sich dem Kanton eine Gelegenheit wie in Mellingen eröffne, versuche man, die Unterkunft so bald wie möglich zu beziehen. «Wir sind dringend angewiesen auf Plätze, vor allem auf oberirdische.»

«Betrieb läuft reibungslos»

Derzeit sind auf dem Gheid-Areal 18 Personen untergebracht. «Der Betrieb der Asylunterkunft läuft seit dem Bezug im Oktober 2016 reibungslos. Bisher kam es zu keinerlei Problemen», sagt Bauverwalter Soldati. «Wir legen Wert darauf, dass die Asylsuchenden auch in Zukunft begleitet werden und es in der Nachbarschaft keine Immissionen gibt.»

Der KSD wird vor Ort ein Büro einrichten, auch wird die Unterkunft nachts durch Patrouillen des mobilen Nachtdiensts des KSD überwacht. Was die Asylsuchenden betrifft, haben sie im und ums Areal kleinere Arbeiten zu verrichten, sie werden selbstständig kochen und putzen.

Zudem werden einige mit dem öV zu Deutschkursen nach Aarau fahren oder an Arbeitsintegrationsprojekten teilnehmen. «Mit der Asylunterkunft erfüllt die Gemeinde Mellingen ihre Aufnahmepflicht. Das ist uns wichtig», sagt Emanuele Soldati.

Das Baugesuch liegt bis zum 8. Februar auf der Gemeindeverwaltung auf.

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