Kindergarten Stetten
Bauherr Heribert Huber: «Nach dem langen Hin und Her konnte ich so richtig durchatmen»

Das Ja zum neuen Kindergarten ist für Bauherr Heribert Huber eine Erleichterung – er baut auf eigene Kosten. «Ich habe selber Enkel und werde unheimlich stolz sein, wenn sie einmal den Kindergarten des Grosspapis besuchen», spricht Heribert Huber von einem Herzensprojekt.

Carla Stampfli
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Das Erdgeschoss der Liegenschaft Huber bietet mit 149 Quadratmetern ideal Platz für die dritte Kindergartenabteilung.Visualisierung/zvg

Das Erdgeschoss der Liegenschaft Huber bietet mit 149 Quadratmetern ideal Platz für die dritte Kindergartenabteilung.Visualisierung/zvg

Carla Stampfli

Jetzt ist klar: Die dritte Kindergartenabteilung, die derzeit in einem Provisorium im Primarschulhaus untergebracht ist, kann schon bald in ihre neue Stätte ziehen – ins Erdgeschoss der Liegenschaft des Privateigentümers Heribert Huber. Am Dienstagabend genehmigten die Stimmberechtigten an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung den Mietvertrag zwischen der Gemeinde und Huber (siehe az von gestern). Der Stetter, der auf eigene Kosten rund 1,4 Millionen Franken in den Um- und Ausbau investiert, erzählt im Nachgang der Gmeind, weshalb er nun so richtig durchatmen kann, wie sein Plan B ausgesehen hätte und wann die Kindergärtler ihre neuen Räume beziehen können.

Herr Huber, als es am Dienstagabend zur Abstimmung kam, mussten Sie und Ihre Familie den Saal verlassen. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie draussen vor der Türe warteten?

Heribert Huber: Es war schon speziell. Auf einmal drehte sich alles um mich und meine Familie. Das war mir fast unangenehm, da ich nicht gerne im Mittelpunkt stehe. Andererseits war ich mir anhand der Gespräche, die ich im Vorfeld geführt habe, relativ sicher, dass der Mietvertrag mit grossem Mehr angenommen würde.

Als Gemeindeammann Kurt Diem (FDP) Sie nach wenigen Minuten wieder hinein bat und das Resultat verkündete, fiel Ihnen wohl ein Stein vom Herzen.

Ja! Wir waren glücklich, dass jeder Einzelne im Saal hinter dem neuen Kindergarten steht. Denn wir haben bereits viel Geld in den Um- und Ausbau der Liegenschaft investiert. Nach dem langen Hin und Her der letzten Monate konnte ich so richtig durchatmen.

Sie sprechen die Beschwerde an, die ein Einwohner nach der Budgetgemeindeversammlung 2016 gemacht hat. Dabei forderte er, dass der bereits bewilligte Budgetposten zu streichen sei und die Gmeind mit einem separaten Traktandum über den Mietzins bestimmen müsse. Damit stand die dritte Kindergartenabteilung plötzlich auf der Kippe.

Das ist so. Doch ich habe die ganze Geschichte mit Fassung getragen. Zum einen hat dieser Einwohner bereits an der besagten Gemeindeversammlung Staub aufgewirbelt. Zum anderen ist es sein gutes Recht, Beschwerde zu führen. Letztlich ist es sein Verdienst sowie jenes von Gemeinderat Stephan Schibli und Schulpflegepräsident Damian Aegerter, dass das Traktandum am Dienstagabend so rasch angenommen wurde. Sie haben das Geschäft klar und verständlich präsentiert, sodass kaum Fragen aufgetaucht sind. Auch der Beschwerdeführer stellte sich nicht weiter dagegen.

Was hätten Sie gemacht, falls sich die Gmeind gegen den Mietvertrag entschieden hätte?

Unser Plan B sah vor, dass wir im Erdgeschoss statt eines Kindergartens eine dritte Wohnung eingebaut hätten. Dafür wäre allerdings ein neues Baugesuch notwendig gewesen. Unsere Baubewilligung war explizit für einen Kindergarten vorgesehen.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, in Ihrem Elternhaus Platz für einen Kindergarten zu schaffen?

Die Liegenschaft lag lange Zeit brach. Als ich vernahm, dass die Gemeinde auf der Suche nach einem geeigneten Raum war, dachte ich, dass man aus dem Haus etwas machen könnte. Für mich stellt es kein Renditeobjekt dar, sondern etwas, in dem viel Herzblut steckt. Ich habe selber Enkel und werde unheimlich stolz sein, wenn sie einmal den Kindergarten des Grosspapis besuchen (lacht).

Wann werden die Kindergärtler ihre neue Stätte beziehen können?

Geplant war, dass der Kindergarten auf das Schuljahr 2017/2018 in Betrieb geht. Doch nun ist nicht sicher, ob das Datum eingehalten werden kann: Im Januar kam es aufgrund niedriger Temperaturen zu baulichen Verzögerungen. Wir werden jedoch alles tun, damit die Arbeiten möglichst schnell beenden werden. Das Kindergartenprovisorium im Schulhaus ist auf Dauer nicht geeignet.