Baden
Bauherrin verspricht: «Es wird kein Alpamare geben»

Die Verenahof AG stellt einem grossem Publikum ihre Pläne im Bäderquartier vor. Die Gegner des Botta-Projektes – allen voran die IG schöner Baden – hatten die Einladung zum Info-Anlass mangels Informationen zum Projekt allerdings ausgeschlagen.

Martin Rupf
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Das Botta-Projekt, Visualisierung aus erhöhter Sicht.

Das Botta-Projekt, Visualisierung aus erhöhter Sicht.

Moderator Hans Fahrländer hätte es eigentlich gar nicht gebraucht. Grund: Die Gegner des Botta-Projektes – allen voran die IG schöner Baden – hatten die Einladung zum Info-Anlass mangels Informationen zum Projekt ausgeschlagen.

Fahrländer veranschaulichte die lange Leidensgeschichte des Bäderquartiers mit einer persönlichen Erinnerung. Als er vor 26 Jahren als Journalist die redaktionelle Leitung über die Region Baden übernommen habe, habe die Schlagzeile schon damals geheissen «Wie weiter mit den Bädern?».

Ergebnis von fünf Jahren Arbeit

Diskutiert wurde in der vollbesetzten Halle des Nordportals gleichwohl. Grundlage bildeten dabei die von Benno Zehnder, Präsident der Eigentümerin Verenahof AG, vorgetragenen Informationen. Zehnder betonte gleich zu Beginn, dass hinter dem heutigen Projekt fünf Jahre Arbeit steckten. Er schilderte auch, in welch desaströsem Zustand man das Bäderquartier anfangs angetroffen habe. «In den vergangenen Jahren haben wir alles Erdenkliche gemacht, damit das Projekt möglichst breit abgestützt ist», sagt Zehnder.

So habe man eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, alle wichtigen Leute ins Boot geholt und schliesslich auch einen Architekturwettbewerb durchgeführt. «Am Anfang war ich so naiv, und wollte den Auftrag einfach einem Architekten erteilen.» Zum Glück habe die Stadt damals leichten Druck auf ihn ausgeübt, dies nicht zu tun. Aus dem Wettbewerb ging schliesslich Stararchitekt Mario Botta hervor. Botta habe den Wettbewerb klar für sich entschieden, «weil er die städtebaulichen, denkmalschützerischen und wirtschaftlichen Vorgaben am besten erfüllt hat», erklärt Zehnder.

Den Investor noch nicht genannt

Dem Publikum wurden auch Fakten geliefert. Bei erwarteten 500000 Eintritten pro Jahr wird mit 450 neuen Parkplätzen geplant – davon 245 Quartierparkplätze. Yves Meier von der Metron AG rechnete dem Publikum vor, dass bei diesem Besucheraufkommen mit zusätzlichen zwei Autos pro Minute auf den Zufahrtsstrassen zu rechnen sei.

Weniger konkret gab sich Zehnder bei den Plänen für das künftige Vere-
nahof-Geviert, wo noch die Architekten Botta und Burkhard Meyer im Rennen sind. «In 3 bis 4 Monaten steht fest, welches Projekt wir realisieren.» Auch in Sachen künftiger Bad-Investor gab sich Zehnder noch bedeckt. «Ich kann Ihnen aber verraten, dass es sich um einen Schweizer Anleger handelt; Sie werden positiv überrascht sein.»

«Gibt es weiter Düsen im Bad?»

Die anschliessende Diskussionsrunde förderte viele spannende Fragen zu Tage. «Was passiert mit dem Quellwasser während der Bauzeit?» Zehnder: «Wir müssen das Quellwasser wohl während einer gewissen Zeit zum Grossteil in die Limmat leiten.» Weitere Frage: «Zu wie viel Prozent kann sich das Bad mit dem heissen Quellwasser selber mit Energie versorgen?» Zehnder: «Zusammen mit Ärzte- und Wohnhaus sind es rund 85 Prozent.»

Andere Votanten schlugen vor, das künftige Bäderdach mit Solarzellen zu versehen und lieber ein Schräg- als ein Flachdach zu wählen. Zehnder: «Die Solar-Frage haben wir uns auch gestellt, doch vorerst werden wir uns mit dem Quellwasser begnügen. Und am jetzigen Bau wird sich grundsätzlich nichts ändern.»

Ganz konkret wollte es ein weiterer Votant wissen: «Wie muss ich mir das neue Bad vorstellen; gibt es weiterhin Wasserdüsen?» Zehnder: «Düsen wird es weiterhin geben. Aber ein Spassbad à la Alpamare mit Rutschen wird es nicht geben.»

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