Rütihof
Bäulärm vertreibt Schüler: Mathematik im Feuerwehrlokal

Baulärm vertreibt die Schüler aus den Klassenzimmern in ungewohnte Schulräume. Die improvisierte Projektwoche gefällt den Kindern.

Karin Renold
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Die Viertklässler der Schule Rütihof haben Unterricht im unterirdischen Theorieraum der Stützpunktfeuerwehr Baden.

Die Viertklässler der Schule Rütihof haben Unterricht im unterirdischen Theorieraum der Stützpunktfeuerwehr Baden.

Karin Renold

Rund 230 Kindergärtler und Primarschüler aus Rütihof konnten nach den Herbstferien nicht in ihre Klassenzimmer zurückkehren: Die Bauarbeiten am neuen Schulhaus sind zu laut (die az berichtete). Schulleiterin Lisa Lehner musste deshalb kurzfristig neue Schulzimmer in der Region finden.

Nun ist die erste der beiden unerwarteten Projektwochen vorbei und Lehner zieht eine positive Bilanz: «Wir bekommen erfreuliche Feedbacks von Schülern und Eltern. Die Lehrer sind flexibel und sorgen dafür, dass sich die Kinder auf dem neuen Schulweg sicher fühlen.» Den längsten Schulweg haben neu die Erstklässer: Sie fahren täglich mit einem Taxi nach Würenlos auf den Bauernhof einer Aushilfslehrerin.

Die betroffenen Kindergartenklassen sind vorübergehend in die bestehenden Kindergärten im Breitacher in Rütihof gezogen. Die Sechstklässler fahren mit dem Bus nach Baden und erhalten in wenig genutzten Räumen der Bezirksschule Unterschlupf. «Da im Januar die Übertrittempfehlung in die Oberstufe ansteht, hat für sie ein Unterricht gemäss Lehrplan oberste Priorität», so Lehner.

Ab in den Wald oder ins Museum

Am meisten Abwechslung haben die Schüler der 2. bis 5. Klasse: Alle zwei Tage wechseln sie zwischen vier unkonventionellen Schulzimmern. Der Unterricht wird dabei den Umständen angepasst: Im Werkhof Baden wird Littering thematisiert, in der Waldhütte in Müslen begleitet eine Waldpädagogin die Kinder in der Natur.

Während des Unterrichts in einem Gemeinschaftsraum in Rütihof besuchen die Schüler Museen, und im Feuerwehrstützpunkt Baden lernen sie die Löschfahrzeuge kennen. Meinrad Ackermann, Material- und Gerätewart im Feuerwehrstützpunkt Dättwil, führt die Klassen durch das Gebäude. Er erklärt, dass es zwischen den Fahrzeugen gefährlich werden kann. «Die Kinder begreifen das und halten sich an die Regel, sich nicht im Raum mit den Feuerwehrautos aufzuhalten.»

Die Kinderstimmen im Feuerwehrstützpunkt werden bald verschwinden: Ab dem 31. Oktober findet der Unterricht wieder in Rütihof statt. Die meisten lärmintensiven Arbeiten sollten bis dann verrichtet sein, sagt Lisa Lehner.