Baden

Bauordnung für Hochhäuser soll bis Herbst in Kraft treten

Krismer-Hochhaus an der Ecke Gartenstrasse /Bruggerstrasse.

Krismer-Hochhaus an der Ecke Gartenstrasse /Bruggerstrasse.

Der Regierungsrat hat vor einigen Tagen grünes Licht für neue Bauvorschriften in Baden gegeben.Im April wird die Stadt eine weitere Revision der Bau- und Nutzungsordnung mit der neuen Kategorie «Höhere Bauten» öffentlich auflegen.

Bis auf die Hochhausperimeter I und II, den entsprechenden Paragrafen 5 sowie zwei kommunale Baudenkmäler hat der Regierungsrat die revidierte Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Stadt Baden durchgewinkt (az vom 4. 3.). Der Stadtrat liess den «Hochhaus-Paragrafen» zurückstellen, denn er wollte wenigstens alle andern Erneuerungen der BNO wie autofreies Wohnen rechtlich unter Dach bringen.

Damit soll die Planung anstehender Bauvorhaben, die davon tangiert sind, weiterlaufen. Die neuen Hochhausbestimmungen für die BNO mussten zurückgestellt werden, weil eine Beschwerde hängig ist.

Mit den «Höheren Bauten»

Im April wird die Stadt eine weitere Revision der BNO mit der neuen Kategorie «Höhere Bauten» öffentlich auflegen. Weil baurechtlich zwischen den Hochhäusern mit 70 (Perimeter I) beziehungsweise 55 Metern (Perimeter II) und den Regelbauten (bis 27) eine Lücke geortet wurde, will man mit einer neuen Kategorie für Bauten bis 37 Meter Höhe füllen eine weitere gesetzliche Grundlage schaffen.

An Hochhausperimetern sowie am Hochhaus-Paragrafen halte man fest, erklärt Jarl Olesen, Leiter Planung und Bau. Bis die BNO revidiert und mit der Rechtsgrundlage für weitere Hochhäuser in Kraft treten könne, werde es Herbst, so Olesen.

Vor Jahresfrist hatte der Einwohnerrat mit der revidierten BNO den Hochhaus-Paragrafen sowie die Hochhaus-Perimeter I und II genehmigt. Auf die Einwendungen gegen den Perimeter II (Hochhäuser über 58 Meter und mehr als 15 Geschosse) trat der Stadtrat nicht ein, weil sie auf einer «subjektiven Befindlichkeit» gründen würden.

Hans Wanner, ehemaliger Stadtplaner und einer der Beschwerdeführer, erklärt, dass es nicht darum gehe, Hochhäuser zu verhindern. «Wir wollen, dass der Bau von Hochhäusern auf moderate Weise erfolgt, was sowohl die Anzahl als auch die Höhe der Gebäude betrifft», sagt Wanner. Die Beschwerdeführer befürchten, dass das Stadtbild mit der historischen Kulisse (Stadtturm und Schloss Stein) sonst optisch leiden würde.

Indem der Hochhausperimeter über die ganze Innenstadtzone Nord (ehemals ABB-Areal) ausgedehnt würde, gäbe die Stadt die städtebauliche Entwicklung aus der Hand und würde der Spekulation Vorschub leisten, so die Beschwerdeführer. Hochhaus-Perimeter und -Paragraf basieren auf einem vor sechs Jahren erarbeiteten Hochhaus-Konzept für die Stadt Baden.

Merker Liegenschaften AG wartet

Betroffen von der Beschwerde ist zurzeit primär die Merker Liegenschaften AG. Stein des Anstosses waren jedoch die mit 70 Metern um einiges höher geplanten Hochhäuser «Ost» und «Nord» auf dem ABB-Areal. Deren Planung ist zurzeit aber sistiert.

Die Merker Liegenschaften AG hat Anfang 2012 ein Vorprojekt für ein 18-stöckiges Hochhaus auf dem Krismer-Grundstück neben dem Merker-Areal präsentiert. Das von den Architekten Zulauf und Schmidlin verfasste Projekt soll das erste Null-Energie-Hochhaus der Schweiz werden, mit beschränkter Parkplatzzahl sowie Alters- und Studenten-Wohngemeinschaften. «Uns schwebte ein ökologisch und sozial nachhaltiges Objekt vor», sagte damals Sibylle Hausammann, Verwaltungsratspräsidentin. Mit 18 Stockwerken würde die mögliche Maximalhöhe nicht voll ausgenutzt.

Das Projekt liegt griffbereit in der Schublade. Zwar kann in der Innenstadt gemäss revidierter Bauordnung autofrei oder -reduziert gebaut werden. Für das Hochhauses selber fehlt die rechtliche Grundlage. «Wie die Stadt haben auch wir unsere Vernehmlassung zur Beschwerde abgegeben», sagt Peter Conrad, Jurist im Verwaltungsrat der Merker Liegenschaften AG. Die Beschwerde liegt beim Rechtsdienst des Departements Bau Verkehr und Umwelt. «Wir rechnen diesen Sommer mit einem Entscheid», sagt Conrad.

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