Der Turgemer Gemeindeammann Adrian Schoop sprach von einen historischen und grossartigen Moment. 30 Jahre lang sei geplant, gekämpft und gehofft worden, nun könne endlich mit dem Bau des Sportplatzes Oberau begonnen werden. «Es ist ein fantastischer Tag für all jene, die immer an den Platz geglaubt haben.»

Dass der Fussballplatz gebaut werde, sei auch ein Zeichen gegen die Verhinderungspolitik – in der Schweiz würden mittels Einsprachen immer mehr Projekte blockiert, sagte der Gemeindeammann beim Spatenstich.

Auch gegen den Fussballplatz in der Oberau gab es mehrere Einsprachen, unter anderem wurden Lärm- und Lichtemissionen befürchtet. «Zum Glück gab es viele Menschen, die immer positiv geblieben sind und Durchhaltevermögen gezeigt haben», sagte Schoop. Es sei ein schöner Gedanke, sich vorzustellen, wie viel auf diesem Sportplatz passieren werde, dass Hunderte Jugendliche hier gemeinsam gewinnen und manchmal auch verlieren lernen werden.

«Fast eine unendliche Geschichte»

In den kommenden Monaten entstehen ein Hauptplatz sowie zwei weitere Rasenplätze unter anderem für Trainings, dazu ein Klubhaus mit Garderoben. Die Baukosten belaufen sich auf 4,48 Millionen Franken, wobei sich neben der Gemeinde Turgi und dem FC Turgi auch die Gemeinden Untersiggenthal und Gebenstorf finanziell beteiligen.

Die Oberau steht auf Untersiggenthaler Gemeindegebiet. Deren Gemeindeammann Marlène Koller (SVP) sagte in ihrer Ansprache, man könne im Zusammenhang mit dem Sportplatz fast von einer unendlichen Geschichte sprechen, «aber eben zum Glück nur fast. Jetzt geht es los.» Sie bedankte sich bei all jenen, die jahrelang sprichwörtlich am Ball geblieben waren.

Jahrelanger Kampf um Fussballplatz hat ein Ende – erleichterte Stimmen aus Turgi

Der jahrelange Kampf hat ein Ende – erleichterte Stimmen aus Turgi.

Im Jahr 2004 sei das Land in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen für Sport eingezont worden, erzählte sie. «Es gab schon damals Widerstand aus der Bevölkerung. Der Gemeinderat stand aber immer voll und ganz hinter dem Projekt. Wegen uns gab es nie Verzögerungen», stellte Koller klar.

Untersiggenthal entwickle sich langsam aber sicher zu einer Sport-Gemeinde. «Wir sind auf der Zielgeraden für eine neue Mehrzweckhalle plus eine neue Dreifachhalle im Zentrum. Und auch das Go-Easy befindet sich auf unserem Gemeindegebiet, auch wenn es von Privaten betrieben wird.»

Danny Busslinger vom FC Turgi sprach von einem ungemein wichtigen Tag. «Jahrelang haben wir gekämpft, endlich beginnen die Bauarbeiten.» Es sei an der Zeit, dass der 100 Jahre alte Traditionsklub die Infrastruktur erhalte, die er sich seit Jahren verdient habe. «Es ist super Tag auch mit Blick auf die Juniorenförderung und die Integrationsarbeit, die der Verein leistet.»

Erstes Heimspiel voraussichtlich im Frühling 2021

Peter Heiniger, der ehemalige Gemeindeammann von Turgi, war jahrelang an der Planung beteiligt. «Es gab schon Zeiten, in denen wir zweifelten. Aber alle waren motiviert und haben gekämpft. Das hat sich zum Glück gelohnt.» Voraussichtlich in der Saison 2020/21 wird der FC Turgi sein erstes Heimspiel auf der Oberau austragen.