Gebenstorf
Baustart für die Überbauung beim Kreisel verzögert sich – Bushaltestelle muss trotzdem verlegt werden

Der Aargauer Regierungsrat muss noch über die Baubewilligung entscheiden.

Claudia Laube
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Die Busbucht kommt vor die Überbauung.

Die Busbucht kommt vor die Überbauung.

Visualisierung: Wetter AG

Anfang 2020 wollte die Badener Wetter Immobilien AG auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern mit dem Bau einer Wohn- und Gewerbe-Überbauung beim Gebenstorfer Kreisel beginnen. An dieser Stelle, wo die Kinziggraben- in die Landstrasse mündet, stand bis 2016 die alte Turnhalle. Die Wetter Immobilien AG hatte das zirka 5000 Quadratmeter grosse Grundstück Anfang 2018 für rund vier Millionen Franken der Gemeinde Gebenstorf abgekauft. Im Dezember 2019 gab der Gemeinderat der Überbauung grünes Licht und erteilte die Baubewilligung.

Ein Einwender hat aber gegen die Baubewilligung Beschwerde beim Regierungsrat eingereicht, dessen Antwort noch nicht vorliegt. Die Einwendung, die auf das Baugesuch eingegangen war, das Anfang 2019 auflag, hatte den Mehrverkehr oberhalb des Grundstücks bei der Einfahrt Kinziggraben im Fokus. Dort würden die Besucher- und Geschäftsparkplätze für die zukünftigen Mieter hinkommen.

Hier sollen dereinst insgesamt 24 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern, die auf Senioren, Singles und Paare ohne Kinder ausgelegt sind, realisiert werden. Ausserdem gäbe es auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern Platz für neues Gewerbe. Auf einer Immobilienwebsite sind die Gewerbeflächen bereits zur Vermietung ausgeschrieben.

Die Lage an der Strasse sei zwar sehr verkehrsgünstig gelegen, aber durch den grossen Höhenunterschied nicht ganz einfach zu bebauen, sagte Gemeindeammann Fabian Keller (CVP) im März 2019 zur AZ, kurz nachdem das Baugesuch aufgelegen hatte.

Die Wetter Immobilien AG habe mit ihrem Projekt für das schwierige Gelände aber eine gute Lösung gefunden: «Im Gestaltungsplan war festgehalten, dass der Bau das Ortsbild nicht zu stark verändern und der Blick auf die beiden Kirchen frei bleiben sollte», erklärte Keller. Das sei hier gut gelungen: «Der Bau passt dorthin.»

Als Bushaltestelle kommt nur eine Busbucht in Frage

Der damalige Gestaltungsplan war denn auch ohne Einwendungen genehmigt worden, sagt Fabian Keller heute. Und obwohl der Weg für die Überbauung aktuell blockiert sei, müsse die Bushaltestelle «Alte Post», die derzeit an der Kinziggrabenstrasse liegt, an die Landstrasse verlegt werden. Deshalb hat der Gemeinderat die Bevölkerung in ihrem aktuellen Mitteilungsblatt über die Verlegung der Bushaltestelle informiert: «Ein entsprechendes Projekt liegt vor, das bereits durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt vorgeprüft wurde», so die Gemeinde.

Da es sich bei der Landstrasse um eine Hauptverkehrsstrasse mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von täglich über 12'000 Fahrzeugen handle, komme als neue Haltestelle nur eine Busbucht aus Beton in Frage. Dafür muss die Gemeinde aber Land kaufen. Die Gesamtkosten würden sich auf rund 592'000 Franken belaufen, «welche durch Kanton und Gemeinde dekretsgemäss übernommen werden», schreibt der Gemeinderat weiter.

An der nächsten Gemeindeversammlung im Sommer werden das Projekt der Bevölkerung vorgestellt und ein entsprechender Kreditantrag zur Genehmigung unterbreitet, damit die Bushaltestelle im Herbst 2021 realisiert werden könne.

«Wir brauchen diese Bushaltestelle auf alle Fälle», sagt Keller. Das aktuelle Provisorium am Kinziggraben blockiere die Strasse. Die Verschiebung an die Landstrasse sei bereits geplant gewesen. Nur: «Wir haben damit gerechnet, dass die Überbauung bis dahin fertiggestellt ist.» Doch wann mit deren Bau begonnen werden kann, ist unklar. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren.

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