Baden
Bei dieser Frau sind die Klienten keine Nummern

Im Frühling hat Sandra Chicchini die Beratungsstelle der Lungenliga Baden übernommen – für sie eine Traumstelle. «Hier kann ich mir Zeit nehmen für die Klienten und ihre Schicksale», sagt die 34-jährige Wettingerin.

Fabienne Eichelberger
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Sandra Chicchini berät ihre Klienten in Lebens-, Versicherungs- und Finanzfragen und kann dabei auftheoretisches und praktisches Fachwissen zurückgreifen.Fabienne Eichelberger

Sandra Chicchini berät ihre Klienten in Lebens-, Versicherungs- und Finanzfragen und kann dabei auftheoretisches und praktisches Fachwissen zurückgreifen.Fabienne Eichelberger

Wenn Menschen nicht mehr weiter wissen, ist Sandra Chicchini gefordert. Im Frühling hat sie die Beratungsstelle der Lungenliga in Baden übernommen – und damit ihre Traumstelle gefunden.

«Hier kann ich mir Zeit nehmen für die Klienten und ihre Schicksale», sagt die 34-jährige Wettingerin. Die diplomierte Sozialarbeiterin bietet Rat in diversen Lebensfragen.

Alle Klienten von Chicchini haben entweder eine Lungen- und Atemwegserkrankung, eine Herz- und Kreislauferkrankung oder eine Erkrankung der inneren Organe und daher Anspruch auf die unentgeltliche psychosoziale Beratung der Lungenliga.

«Die meisten benötigen finanziellen Rat», erzählt Chicchini. Das sei beispielsweise der Fall, wenn die Leistung einer Sozialversicherung ausgeschöpft ist.

Ziel: Lebensqualität verbessern

Bei Beratungen in diesem Bereich kommt Chicchini ihre frühere berufliche Tätigkeit zugute. Die 34-Jährige hat nach der kaufmännischen Lehre mehrere Jahre als Fachfrau in der Sozialversicherungs-Branche gearbeitet.

Bereits in dieser Zeit hätte sie «der Mensch hinter dem Dossier» interessiert. «Hier sehe ich die Leute eins zu eins», sagt Chicchini. «Wir sprechen nicht von einem Fall, sondern von einem Menschen.» Zirka vier Beratungen pro Woche führt sie durch.

Lungenliga Aargau

Die Sozialberatungsstelle an der Seminarstrasse 19 in Baden ist eine von vier Fachstellen der Lungenliga im Aargau. Weitere befinden sich in Aarau, Wohlen und Rheinfelden. Die Beratung ist unentgeltlich und kann von Personen mit Atembehinderung, Lungen-, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie mit Erkrankung der inneren Organe in Anspruch genommen werden. Die Sozialarbeitenden bieten ihren Klienten unter anderem Beratung bei persönlichen Lebensfragen, klären finanzielle Angelegenheiten oder Fragen zur Wohnsituation. (AZ); www.lungenliga-ag.ch.

Notfalls geht sie auch zum Klienten nach Hause oder begleitet ihn zu Gesprächen mit Sozialversicherungen oder Arbeitgebern. «Ich betreue viele Leute über eine längere Zeit und baue dadurch eine Beziehung zu ihnen auf», so Chicchini.

Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität der Klienten zu verbessern. «Oft geht es darum, die Leute zu motivieren, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen», sagt Chicchini. Zum Beispiel, wenn jemand aufgrund der Krankheit mit psychischen Problemen zu kämpfen hat.

Diese Leute vermittelt sie an psychologische Dienste, hilft Ihnen, wieder eine Tagesstruktur zu finden. Anders als bei den kantonalen Sozialdiensten gehe es bei der Lungenliga nicht um Auszahlungen, sondern um die Beratung.

«Damit hoffen wir, andere Institutionen entlasten zu können», so Chicchini. Ein grosser Teil ihrer Arbeit nimmt daher das «Netzwerken» mit Sozialdiensten ein.

Von der Theorie zur Praxis

Chicchini kennt auch diese Seite der sozialen Arbeit. Vor dem Stellenantritt in Baden hat sie bei den sozialen Diensten in Winterthur gearbeitet.

Das Fachhochschul-Studium «Soziale Arbeit» hat sie während dessen berufsbegleitend absolviert und diesen Frühling beendet. «Jetzt kann ich das neueste Wissen aus der Theorie in der Praxis anwenden», sagt sie.

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