Nussbaumen
Beim Einkaufszentrum Markthof sind 60 Wohnungen geplant – alte Häuser sollen weichen

Beim Einkaufszentrum Markthof soll ein Gebäudekomplex mit 60 Wohnungen entstehen. Aktuell liegt der Teilgestaltungsplan zur öffentlichen Mitwirkung auf.

Pirmin Kramer
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Der mehrstöckige Gebäudekomplex ist gegenüber dem lachsfarbenen Schulhaus Bachmatt geplant.

Der mehrstöckige Gebäudekomplex ist gegenüber dem lachsfarbenen Schulhaus Bachmatt geplant.

Visualisierung: steiner ag /nightnurse images

Das Einkaufszentrum Markthof gilt als Zentrum der 8600-Einwohner-Gemeinde Obersiggenthal. Für die angrenzende Parzelle mit dem Namen Schild Ost, auf der aktuell mehrere alte Häuser stehen, gibt es nun neue Überbauungspläne: Entstehen sollen 60 Wohnungen mit zweieinhalb bis viereinhalb Zimmern. Die Silhouette des Zentrums würde sich durch den Bau der Gebäude verändern, die auf der gegenüberliegenden Strassenseite des lachsfarbenen Schulhauses Bachmatt entstehen sollen, wie die Visualisierung zeigt.

Auskunft zum Projekt gibt der Generalunternehmer Steiner AG, der vom Grundeigentümer den Auftrag erhielt, das Areal zu überbauen. Auf dem Schild Ost eine Wohnüberbauung geplant, mit Gewerbe-, Dienstleistungs- und Verkaufsflächen im Erdgeschoss. Vorgesehen ist ein Holzbau, bestehend aus zwei unterschiedlich hohen, länglichen Trakten mit einem turmartigen Zwischenbau.

3300 Quadratmeter gross ist die Parzelle Schild Ost, was der Fläche von 13 Tennisplätzen entspricht. Zum Sieger des Studienauftrags wurde das Projekt der bekannten Theo Hotz Partner Architekten aus Zürich gekürt, die unter anderem für das Sihlcity oder den Bahnhof Aarau verantwortlich zeichneten.

Aktuell liegt der Teilgestaltungsplan zur öffentlichen Mitwirkung auf. «Mit einer Baueingabe rechnen wir frühestens im ersten Quartal 2022» so die Steiner AG. «Bei einem verzögerungsfreien Projektverlauf wird der Baustart frühestens im Sommer 2023 erfolgen.»

Früheres Projekt endete mit Streit und Betreibung

Grundeigentümer der Parzelle ist Ruedi Hurter; er nahm schon einmal einen Anlauf für eine Überbauung. Doch vor vier Jahren, im September 2016, erklärte er das Projekt «City Tower» für gescheitert. Hurter hätte anstelle der alten Häuser, die noch heute stehen, ein Hochhaus bauen wollen.

Doch er konnte sich mit der Gemeinde nicht auf einen Gestaltungsplan einigen. Mangelnde Qualität, lautete das Argument des Gemeinderats. Zu diesem Zeitpunkt waren die Fronten längst verhärtet: Grundeigentümer Hurter hatte die Gemeinde gar betreiben wollen. Er habe bereits eine Mio. Franken für Planungskosten ausgegeben, so seine Begründung.

Diesmal soll die Qualität von Beginn an sichergestellt sein. Man lege bei der Entwicklung des Schild-Ost-Areals grossen Wert darauf, dass der künftige Gebäudekomplex eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität aufweist, teilt die Steiner AG auf Anfrage mit. Entstehen werde eine Ergänzung des Markthofes, «welche vielseitige Qualitäten und Mehrwerte schaffe». Gleichzeitig sollen hochwertige Grün- und Freiräume für die Bewohner und die Öffentlichkeit geschaffen werden.