Zwei Engel teilen sich Kopfhörer und ergeben sich der Musik. Es ist ein starkes Bild, das die pinken «Cantars»-Plakate im Vorfeld in der Bäderstadt vermitteln. Die marketingtechnisch geschickte Platzierung sorgt für die Omnipräsenz des nationalen Kirchenklangfests, das sich in einer ansprechenden Dimension präsentiert.

36 «Cantars»-Tage versorgen zwischen den Monaten März und Juni das eidgenössische Volk mit 440 Veranstaltungen. Am Samstag gastierte die «Cantars»-Reihe nun in Baden. Eröffnet wurde die musikintensive Veranstaltung mit einem Orgelfeuerwerk, gezündet von OK-Mitglied Thomas Jäggi und Matias Lanz. Darauf folgten elf weitere Konzerte, die jeweils alternierend im reformierten Gotteshaus beziehungsweise in der katholischen Kirche vonstattengingen.

Ein Abbild der Kirchenmusik

Vom Flügelhorn bis zum Cello – die musikalische Vielfalt überzeugte. Ein ökumenischer Klangbasar, wenn man so will. Diese Diversität sei keineswegs künstlich, versichert Thomas Jäggi. «Das ist ein Abbild der Kirchenmusik.» OK-Mitglied Verena Hitz schiebt nach: «Wir wollen den Leuten zeigen, dass es in der Kirche nicht nur verrostet klingt.»

«Cantars» will auch Stereotype aus dem Weg räumen – und Brücken zwischen den Generationen errichten. Deshalb standen einige Events ganz im Zeichen der Jugend. Als Generationsprogramm wurde das Konzert «2,3 und ganz viele» deklariert, was sich im mannigfaltigen Publikumsaufmarsch widerspiegelte. Die Midi-Singkinder der reformierten Kirche Baden, das junge Trompetenduo Two for the road und das Trio Geschwister Friedrich beglückten das «Cantars»-Publikum mit herzerwärmenden Tönen.

Die stolze Midi-Chorleiterin Tabea Herzog sieht in solchen Auftritten die Chance, auf die Existenz eines Kinderchors aufmerksam zu machen. Denn die gesangliche Zukunft steht auf wackligen Beinen. Rekrutierungsprobleme sind nichts Neues in diesem Metier.

Gesangsfreudige Region

Dass die aktuelle Kirchenchor-Generation floriert, zeigt ein Blick auf die restlichen Veranstaltungen. Neben einem weiteren Kinderchor aus Lenzburg und der nachmittäglichen Reise in die «Klangwelt Toggenburg», stellte die Region gleich deren sieben Unterhaltungspunkte: der Badener Kirchenchor Cäcilia, die Rohrdorfer Zusammensetzung «cantate», der Kirchenchor aus Kirchdorf, der Kirchenchor St. Maria aus Würenlos, die beiden Wettinger Vertreter bestehend aus dem Kirchenchor St. Sebastian und dem Antonius-Chor, wie auch der Fislisbacher St. Agatha Chor im Duett mit dem Kirchenchor Rütihof.

Georg Masanz rundete den harmonischen Tag mit einem nächtlichen Orgelkonzert ab. Eine Auswahl wie auf dem Basar.