Baden
Beim «Merkker» wird es wieder ein öffentliches Lokal geben

Das Jugendlokal «Merkker» muss aus den jetzigen Gebäude an der Bruggerstrasse raus. Nun verrät die Eigentümerin, dass wieder ein Lokal in den Räumlichkeiten einziehen soll.

Daniel Vizentini
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Die Spuren der letzten Party des «Merkkers» sind noch nicht verwischt, schon spekuliert man über dessen Nachfolge.

Die Spuren der letzten Party des «Merkkers» sind noch nicht verwischt, schon spekuliert man über dessen Nachfolge.

Daniel Vizentini

Das Kulturlokal «Merkker» muss aus dem aktuellen Gebäude raus – so viel steht fest. Noch nicht entschieden ist hingegen, wer ab April in das Lokal einziehen wird. Der Besitzer, die Merker Liegenschaft AG (MLAG), gibt sich bedeckt. «Nicht aus Geheimniskrämerei», hält Anita Merker von der MLAG fest. «Wir sind noch in der Planung und wollen sicher sein, bevor wir damit an die Öffentlichkeit treten.»

Derweil kursieren Gerüchte in der Stadt. Das erste: Ein Museum über die 100-jährige Geschichte der Merker-Fabrik samt der ersten Schweizer Waschmaschine soll in diesen Räumen entstehen. Dies verneint Anita Merker. Sie könne nur verraten, dass kein Büro, sondern ein öffentlich zugängliches Lokal das «Merkker» ersetzen werde.

Das stünde dann in Einklang zum zweiten Gerücht: James Kong, Wirt vom benachbarten Restaurant Spedition, soll an den Räumen des «Merkkers» interessiert sein. Auf Anfrage möchte er dazu keine Stellung nehmen, räumt aber ein, sich das Lokal angeschaut zu haben. «Natürlich ist es grundsätzlich interessant: Wie damals bei der Seerose ist das ‹Merkker› eines der letzten alten Beizen Badens. Und es wäre schön, wenn diese den Badenern erhalten bliebe.»

Doch er beharrt darauf: «Er gibt keinen Vertrag, kein Konzept, nichts. Nur Ideen und ein paar Gespräche.» Und er versichert: Was auch immer geschieht, die Spedition bleibe auf jeden Fall bestehen.

Die Aussage von Anita Merker, wonach ein öffentlich zugängliches Lokal das «Merkker» ersetzen werde, erstaunt, denn für die Anwohner im Quartier wie für die Vermieter war das grösste Problem des «Merkkers» stets der Lärm, den das Kulturlokal verursachte. Vor allem zu Beginn der «Merkker»-Geschichte vor knapp 19 Jahren, als das Lokal noch «Merkwürdig» hiess und weit entfernt vom professionellen Betrieb war, der er heute ist.

Das belegen auch alte az-Artikel aus dem Jahr 1997, in denen über hohe Lärmemissionen und Chaos auf dem Vorplatz zu lesen ist. «Der Anfang war sehr schwierig, nachher hat sich die Situation verbessert», erinnert sich Anita Merker. Als die Stadt 2007 das «Merkker» in die wenige Meter entfernte Stanzerei verlegen wollte – dessen Areal war damals im Besitz der Stadt – wehrte sich die MLAG heftig. «Ein solches Lokal bringt erhebliche Emissionen», hiess es damals. Darauf verkaufte die Stadt die Stanzerei an die MLAG. Und prompt wurde dort kurioserweise ein Jahr später ein Kulturlokal eröffnet.

Keine Abmachung mit der Stadt

Es wird «sicher kein ähnliches Lokal wie das ‹Merkker›» geben, kontert Anita Merker und fügt hinzu: «Ein etwas ruhigeres vielleicht.» Eine Abmachung mit der Stadt, wonach kein Kulturlokal mehr an der Stelle des «Merkkers» kommen darf, gäbe es keine, sagt Jacqueline Keller Borner, Kommunikationsleiterin der Stadt Baden.

Anita Merker sagt: «Das ‹Merkker› muss nicht raus, weil wir es nicht wollen.» Doch ein städtisches Jugendkulturlokal im Merker-Areal sei von Beginn an eine Notlösung gewesen, nachdem das Jugendhaus im Kornhaus zugegangen war. «Die Alte Schmiede ist sicher der bessere Ort für ein Jugendlokal», sagt sie. Diese sei grösser und liege vor allem weit weg von der lärmsensiblen Wohngegend. «Für die Badener Jugend ist die neue Lösung ein Gewinn».

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