«En grosse Ma, mit brune Locke, schwarzi Sunnebrülle, schwarze lange Mantel, blaue Hose und elegante Schue hed hüt Mittag versuecht, min Sohn nach de Schuel is Auto zlocke», heisst es auf Facebook. Der Eintrag der Mutter, die sich nicht mehr äussern will, endet mit den Worten: «Informieret euchi Chind. Dünd sie ufklere und warne.» Geschehen ist der Fall Ende Januar beim Schulhaus Killwangen. Schulleiter Urs Bolliger nimmt an, dass es kein harmloser Vorfall gewesen ist: «Deshalb hat der Knabe richtig reagiert und ist weggerannt.» Eine weitere Konsequenz, es wird nun ein besonderes Augenmerk auf Personen gerichtet, die sich bei der Schulanlage aufhalten.

Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, bestätigt: «Bei uns ist die entsprechende Meldung eingegangen.» Seither hat sie die Patrouillentätigkeit im Dorf verstärkt. Für die Polizei sei es wichtig, dass sie möglichst ohne Verzug über solche Ereignisse informiert werde: «Nur so besteht Aussicht auf einen Fahndungserfolg.» Geschieht dies erst später, seien die Chancen gering, sagt Pfister: «Erfahrungsgemäss verlässt die Person den Ort sehr schnell.» Für einen Fahndungserfolg müsse die Polizei möglichst unfiltriert mit dem Kind sprechen können: «Je mehr Personen mit dem Kind sprechen, desto ungenauer wird das Signalement.»

Die Prävention sei das wirksamste Mittel, um die Kinder zu schützen: «Die Kinder sollen nicht Angst haben, wenn sie angesprochen werden, sondern weggehen oder sogar wegrennen.»

Jährlich gehen bei der Kantonspolizei Aargau etwa 60 bis 80 solcher Meldungen ein. Die Polizei intensiviert in den Gebieten jeweils ihre Patrouillentätigkeit. Pfister findet auch die Information via Facebook gut. Er warnt aber: «Die Gefahr besteht, dass jeder Erwachsene zum potenziellen Triebtäter wird.» Trotzdem betont Pfister: «Wir sind in jedem Fall auf eine sofortige Information angewiesen, um Erfolg zu haben.» Im Fall von Killwangen hat sich bisher nichts ergeben. (DM)