Bisher gibt es in Baden an der Limmat nur eine Flussbeiz: das «Triebguet» unterhalb der Hochbrücke. Ab nächstem Sommer soll auch auf der gegenüberliegenden Flussseite ein Gastronomiebetrieb eröffnet werden.

Seit Ende letzter Woche liegt das Baugesuch auf, das Fabienne Tanoa (27) und ihr Ehemann Earl-Jae Tanoa (35) bei der Stadt Baden eingereicht haben. «Unser Plan ist es, auf dem Platz rund um das Tränenbrünneli eine Beiz mit rund 60 Sitzplätzen zu errichten.

Sie wird von Mai bis Oktober geöffnet sein, jeweils bis maximal 23 Uhr abends», sagt Fabienne Tanoa. Aufgestellt werden ein Container, in dem sich die Küche und die Bar befinden, sowie daneben eine Holzterrasse.

«Den besten Kaffee der Stadt»

«Wir möchten unseren Gästen den besten Kaffee der Stadt anbieten», sagt Fabienne Tanoa selbstbewusst. Auf der Menükarte wird ein kleines Lunch-Angebot mit Snacks, Salaten und Fleischplättchen zu finden sein.

«Wir sind davon überzeugt, dass das Potenzial für eine zweite Flussbeiz besteht, gerade im Hinblick auf die Neueröffnung des nahe gelegenen Thermalbades.»

Das «Triebguet» sei an schönen Sommertagen jeweils bis auf den letzten Platz besetzt – die Nachfrage für eine zweite Sommerbeiz an der Limmat sei gegeben, ist Fabienne Tanoa überzeugt. Sie verfügt, wie auch ihr Ehemann, über mehrere Jahre Erfahrung im Gastrogewerbe.

Während Badenfahrten wurden beim Tränenbrünneli bereits Festbeizen betrieben, und schon einmal stand dort ein Sommer-Gastronomiebetrieb zur Diskussion: Markus Widmer, heutiger «Rebstock»-Wirt, hatte fortgeschrittene Pläne für ein Restaurant.

«Die Stadt hat mich damals voll unterstützt, doch leider legte der Regierungsrat sein Veto ein. Eine Beiz wäre damals dort nicht zonenkonform gewesen», sagt er.

Die zonenrechtliche Ausgangslage hat sich inzwischen verändert. Hugo Aerni, Fachspezialist für Baubewilligungen bei der Stadt Baden, erklärt: «Grund dafür, dass nun eine Beiz zonenkonform ist, ist die neue Bau- und Nutzungsordnung der Stadt Baden (BNO), die seit Februar 2015 in Rechtskraft ist.»

Die halbrunde Fläche um das Tränenbrünneli galt bisher als Grünzone, neu liegt diese in der Parkzone. «Zonenrechtlich steht einer Flussbeiz also nichts im Wege. Derzeit läuft aber noch die 30-tägige Einwendefrist», sagt Aerni.

Das Tränenbrünneli ist eine Skulptur des Badener Künstlers Hans Trudel aus dem Jahr 1919. Aus Würenloser Muschelsandstein haute er fünf aneinandergehängte weinende Kinder.