Baden

«Beispiellos»: Renée Levi schenkt eines ihrer Bilder dem Museum Langmatt

So präsentiert sich das Werk von Renée Levi im Badener Langmatt-Park.

Noch bevor die Ausstellung «Rhabarbar» zu Ende ist, schenkt die Malerin Renée Levi das Bild Babra 1 dem bekannten Badener Museum. Es ist ein spezielles Werk.

Bis Anfang Dezember sind die Bilder von Renée Levi im Museum Langmatt in Baden noch zu bestaunen. Der Titel ihrer Ausstellung lautet «Rhabarbar». Anders als die Impressionisten – die «Langmatt» zeigt vor allem Werke von Impressionisten – tupft Renée Levi ihre Farbe nicht mit Pinseln auf die aufgespannte Leinwand, sondern bearbeitet die grossen Tücher am Boden.

Die Serie «Babra» etwa, je 340 mal 340 Zentimeter gross und je von drei frei abgesetzten Farbflächen besetzt, malt sie mit einem breiten Putzmob. Für ihre Ausstellung im Museum Langmatt, nach 2008 die erste, grosse Präsentation Renée Levis in der Schweiz, sind fast alle Bilder neu entstanden. Auf den Leinwänden zeigen sich dynamische Kringel oder grosse farbige Flächen, die in rascher Folge aufgetragen wurden.

Sogar ein Dachs hat in der Nacht schon an das Werk gepinkelt

Die 59-jährige Malerin ist 1960 in Istanbul geboren, 1964 zog die Familie in den Aargau, sie wuchs in Bremgarten und Wohlen auf, in Muttenz studierte sie Architektur, in Zürich Malerei, und seit 2001 ist sie als Professorin für Malerei an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel tätig. Nun hat sich Levi entschieden, eines ihrer Werke dem Museum zu schenken.

Die Künstlerin Renée Levi

Die Künstlerin Renée Levi

Es handelt sich um das grossformatige Bild Babra 1 (2019). «Dieses Bild hat Levi im öffentlichen Park den Kräften von Wind und Wetter ausgesetzt und somit quasi der Natur die Autorschaft zur Weiterbearbeitung übergeben», erläuter Langmatt-Direktor Markus Stegmann. Er sei natürlich sehr glücklich über die Schenkung im Wert von 33 000 Franken. Sie sei völlig unerwartet gekommen.

«Eine Schenkung eines solch grossen Kunstwerks ist in der Geschichte des Museums beispiellos», so Stegmann. Der Langmatt-Direktor freut sich besonders darüber, dass dank der Schenkung das weitergeführt werden könne, was die Künstlerin anstrebte. «Nämlich, dass nun alle Jahreszeiten ihre Spuren am Bild hinterlassen.» Und nicht nur das: Sogar ein Dachs habe in der ersten Nacht an das Kunstwerk gepinkelt.

Mindesten bis kommenden August, werde man das Bild im Park lassen, wahrscheinlich aber länger. «Mit diesem mutigen Entscheid hinterfragt Renée Levi auch kritisch den Ewigkeitsanspruch von Malerei», so Markus Stegmann.

Künstlerin voll des Lobes für Langmatt-Direktor Stegmann

Die Künstlerin selbst begründet die Schenkung wie folgt: «Ich schätze die Arbeit von Markus Stegmann sehr. Es ist absolut bewundernswert, was er im Museum Langmatt leistet und wie er die Impressionisten-Ausstellung immer wieder mit zeitgenössischer Kunst ergänzt und so einem breiteren Publikum zugänglich macht.»

Den Standort im Park der Villa Langmatt erachtet Levi als ideal. «Das Bild ist für diesen Ort gemacht. So kommen auch Menschen, die nicht explizit das Museum besuchen, in den Genuss von Kunst.» Rene Levi: «Das Bild ist hier bestens aufgehoben. Nur schon die paar Wochen seit der Vernissage haben gezeigt, wie sehr das Licht und die Wechsel in der Vegetation die Erscheinung der Malerei verändern. Schön, wenn das Bild nun alle Jahreszeiten erleben wird.»

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