Die Nordportal-Betreiber rufen für nächsten Dienstag um 18 Uhr zu einer Demonstration vor der Einwohnerratssitzung auf. «Wir wollen ins Gedächtnis rufen, dass das Nordportal vielen am Herzen liegt und aus Baden nicht mehr wegzudenken ist», sagt Clive Hupf, der sich die Geschäftsleitung mit Muriel Peterhans teilt. Der Einwohnerrat müsse sich an der Budgetdebatte die Frage stellen, ob er das grösste Konzertlokal des Kantons weiterhin wolle oder nicht.

Ein Rückblick: Der Aufschrei in der Badener Kulturszene war gross, als der Stadtrat im Juni ankündigte, dass er auf Empfehlung der Abteilung Kultur dem Nordportal ab 2018 sämtliche finanzielle Unterstützung streichen will. Im März hiess es noch, dass nur der Kulturbeitrag von 60 000 Franken gestrichen werde, worauf die Nordportal-Betreiber einen neuen Businessplan erstellten.

Nun soll aber auch noch der Mietzins mit Nebenkosten von rund 180 000 Franken wegfallen. Auslöser dieser Massnahme war das vom Einwohnerrat beschlossene Nullwachstum; der Stadtrat will dieser Forderung nachkommen, indem jede Abteilung vier Prozent sparen muss.

Aufgrund des Drucks aus der Kulturszene verlängerte der Stadtrat die Subventionszahlungen zugunsten des national bekannten Eventlokals bis Mitte 2018. Der Stadtrat trat auf das Wiedererwägungsgesuch ein, das die restlichen Kulturinstitutionen eingereicht hatten, die von der Stadt Subventionen erhalten.

Ohne Beiträge kein Nordportal

«Wir sind sehr dankbar dafür, dass sich die anderen Kulturbetriebe so für das Nordportal eingesetzt haben», sagt Hupf. «Der Entscheid des Stadtrates hat uns noch mehr Zeit gegeben, nach Lösungen zu suchen.» Ansonsten hätte das Eventlokal seine Tore Ende Jahr schliessen müssen. So könnten aber immerhin das Bluesfestival im Mai und das Figura Theaterfestival im Juni wiederum im Nordportal stattfinden.

Wie es im Juli des nächsten Jahres dann weitergeht, kann Hupf noch nicht sagen. «Wir würden gerne das Nordportal kulturell weiterführen», sagt er. «Mit unserem Programm waren wir immer erfolgreich.» Auch diesen Herbst seien die Konzerte von Seven, Stiller Haas oder Züri West fast ausverkauft.

Ohne Unterstützung der Stadt sieht er aber wenig Chancen, das Nordportal weiterbetreiben zu können. «Auch wenn wir den Betrieb entgegen unserer Leidenschaft komplett kommerzialisieren und nur noch Partys durchführen würden.»

Hoffnung bei Hupf

Das letzte Wort hat nun der Einwohnerrat nächste Woche, wenn er über das Budget des Jahres 2018 befindet. Clive Hupf hofft darauf, dass nicht alle Beiträge wegfallen und dem Nordportal nicht «der Riegel geschoben» wird.

Er rechnet vor: «Würde wie ursprünglich angekündigt nur der Kulturbeitrag von 60 000 Franken gestrichen, kämen wir mit zwei Partys mehr pro Monat als Quersubventionierung über die Runden.»