Ennetbaden
Beni Pauli tritt im Sommer aus dem Gemeinderat zurück

Nach gut fünf Jahren in der Exekutive zieht sich der 51-Jährige aus beruflichen und persönlichen Gründen zurück – er möchte mehr Zeit für seine Familie. Die Partei setzt mit Dominik Kramer auf einen Jungen.

Martin Rupf
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Zurückgetretener Gemeinderat Beni Pauli (links) und potentieller Nachfolger Dominik Kramer.

Zurückgetretener Gemeinderat Beni Pauli (links) und potentieller Nachfolger Dominik Kramer.

Aargauer Zeitung

Per Communiqué hat die SP Ennetbaden gestern ihren Kandidaten für die Nachfolge von Gemeinderat Beni Pauli präsentiert. Wie bitte, Pauli tritt zurück? Richtig. Die Genossen hatten es wohl vor lauter Diskusssionen um die Nachfolge versäumt, erst einmal über dessen Rücktritt zu informieren. «Ja, ich trete im Sommer aus beruflichen und persönlichen Gründen zurück», bestätigt der 51-Jährige.

2010 wurde Pauli in den Gemeinderat gewählt, im Herbst 2013 erfolgte dann bei den Gesamterneuerungswahlen die Bestätigung. Weshalb jetzt, nur gut ein Jahr nach den Wahlen, der Rücktritt, Herr Pauli? «Wenige Monate nach der Wiederwahl hat sich gezeigt, dass ich beruflich derart ausgelastet bin, dass ich Beruf, Politik und Familie fast nicht mehr unter einen Hut bringe», so der zweifache Familienvater.

Es sei sicher nicht so, dass er den Verleider habe. «Wobei», relativiert Pauli sogleich, «hätte ich mir manchmal schon gewünscht, dass gewisse Dinge schneller umgesetzt worden wären.» Worauf er anspricht, möchte Pauli nicht sagen. Er wird vor allem als der Gemeinderat in Erinnerung bleiben, der zusammen mit seinem damaligen Badener Amtskollegen Reto Schmid (CVP) die Fusion der beiden Feuerwehren von Baden und Ennetbaden vorantrieb. «Doch auch andere Projekte wie etwa der Krippenpool oder die Erarbeitung des neuen Betriebsreglements für den Wald waren mir eine Herzensangelegenheit.» Ab diesem Sommer werde er sich aus der Politik zurückziehen. Trotzdem wird man vielleicht schon bald wieder von Pauli hören: «Ich habe schon noch zwei, drei Ideen für die Gemeinde.»

Ist jugendliches Alter ein Nachteil?

Als Nachfolger von Beni Pauli stellt sich der gebürtige Fricktaler Dominik Kramer am 8. März zur Wahl. Der 30-Jährige wohnt seit sechs Jahren in Ennetbaden. «Ich habe grosse Lust, mich für eine fortschrittlich aufgestellte Gemeinde einzusetzen», so der gelernte Bauzeichner, der sich an der Fachhochschule Rapperswil zum Raumplaner weitergebildet hat und heute als Verkehrsplaner beim Kanton Aargau arbeitet. Auf sein noch junges Alter angesprochen, antwortet Kramer: «Ich glaube, das ist kein Nachteil, zumal ich jetzt politisch aktiv bin – in der Geschäftsleitung der SP Aargau und im Vorstand der SP Ennetbaden.»

Als Gemeinderat möchte er zu einer guten Zusammenarbeit in der Region beitragen. Dabei sei die Fusion ein Thema, «das man unbedingt diskutieren muss», so Kramer. Ein grosses Anliegen sind dem SP-Politiker auch eine fortschrittliche Schule, Tagesstrukturen und Wohnen für alle Altersschichten.

Wenn nicht noch etwas Unerwartetes eintritt, dürfte Kramer am 8. März gewählt werden. Denn CVP-Präsident Paul Meyer bestätigt auf Anfrage, dass die CVP zurzeit keinen zweiten Sitz im Gemeinderat anstrebt. Heute stellen FDP und SP je zwei, die CVP einen Sitz.