Baden

Beraubte Bijouterie-Frau: «Wahrscheinlich kommen Diebe dann am Tag»

Heidi Fischer hat das ehemalige Familienunternehmen vor einem Jahr übernommen.

Heidi Fischer hat das ehemalige Familienunternehmen vor einem Jahr übernommen.

In der Nacht auf Dienstag wurde das Bijouterie-Geschäft von Heidi Fischer in Baden überfallen. Einer der beiden Kriminaltouristen wurde festgenommen. Die Sicherheitsmassnahmen verstärken will die Geschäftsinhaberin nicht.

Hier könnte fast dieselbe Nachricht stehen wie vor drei Jahren: «In der Nacht auf Dienstag wurde die Bijouterie Schlatter von Einbrechern heimgesucht. Mit voller Wucht haben die Täter auf die Schaufensterscheibe eingeschlagen», stand damals in der az. Auch die Uhrzeit ist nahezu identisch: Um 3.15 Uhr heulte der Alarm damals auf. In der Nacht auf Dienstag wurde er gemäss Kantonspolizei um zirka 3.20 Uhr ausgelöst.

Neben dem Einbruch 2012 wurde die Bijouterie Schlatter an der Badstrasse schon 2011 von Dieben heimgesucht. Der jetzige Einbruch ist aber der erste, seit Heidi Fischer das ehemalige Familienunternehmen vor gut einem Jahr übernommen hat. «Dieser eine reicht auch schon», sagt sie. Wie viel genau gestohlen wurde, wisse sie noch nicht. «Es ist aber ziemlich viel.» Laut Tele M1 handelt es sich um 50'000 Franken Beute. Immerhin: Der Alarm habe korrekt funktioniert, die Polizei reagierte umgehend. 

Bijouterie in Baden wird bereits zum zweiten Mal innert drei Jahren beraubt

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Sicherheitsgitter oder sonstige neue Schutzmassnahmen will Fischer eher nicht einbauen lassen. Denn: «Wenn die Diebe hinein wollen, schaffen sie das sowieso. Wahrscheinlich kommen sie dann am Tag, wenn der Laden offen ist.» In der Bijouterie, in der sie früher arbeitete, habe sie einen solchen Überfall erlebt. «Das will ich meinem Personal hier nicht antun. Mir ist es lieber, wenn sie in der Nacht kommen.» Die Versicherung werde den Fall nun beurteilen. Diese könnte allenfalls zusätzliche Massnahmen verlangen. 

Die Täter schnappten sich in beiden Fällen die Schmuckgegenstände, die sie vom Schaufenster aus ergattern konnten. Gemäss Polizei flüchteten die zwei Männer zu Fuss. Kurz nach vier Uhr wurde einer der beiden in Ennetbaden an der Limmat, unterhalb des Restaurant Sonne, festgenommen. Es handelt sich um einen 28-jährigen Rumänen ohne Wohnsitz in der Schweiz. Der zweite Tatverdächtige sprang in die Limmat. 

Mehrere Polizeipatrouillen, ein Diensthundeführer und ein Einsatzteam der Feuerwehr Wettingen fahndeten und suchten mit einem Boot nach ihm – bis zur letzten Polizeimeldung am Nachmittag erfolglos. Ob sich der Flüchtige aus dem Gewässer retten konnte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt. Er dürfte helle Hosen und ein dunkles Oberteil tragen und aus Osteuropa stammen. Bei der Fahndung stiess die Polizei auf ein in Ennetbaden abgestelltes Auto, einen Ford mit britischen Kontrollschildern. Dieses dürfte laut Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem Festgenommenen stehen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Baden eröffnete eine Strafuntersuchung gegen den Festgenommenen und beantragt beim Zwangsmassnahmengericht die Anordnung von Untersuchungshaft.

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